Sehen Sie im Video: Ein Jahr nach der Kapitolstürdamung: „Viele befürchten, dass das nur die Generalprobe war“

Linda Richter (stern Video):
„Hallo Raphael, du bist USA-Korrespondent für den stern. Welche Folgen hatte die Kapitolstürmung für Donald Trump?“
Raphael Geiger (stern-Korrespondent):
„Für Donald Trump hatte das politisch gar nicht so viele Folgen. Leider. Er ist zwei Wochen später aus dem Weißen Haus ausgeschieden und zu seinem Golfclub Mar-A-Lago in Florida geflogen. Die Republikaner waren am Tag danach zwar sehr geschockt, dass das passiert ist – dass Trumps Mob ins Parlamentsgebäude eingedrungen ist. Sie haben dann aber auch schnell beschlossen, dass das nicht ihre politische Agenda beeinträchtigen soll und haben gesagt, dass sie nach vorne schauen und es abhaken wollen. Sie sagten, sie wollen nicht so genau wissen, was passiert ist an dem Tag. Sie wollten auch keinen Untersuchungsausschuss. Das war etwas, das die Demokraten dann alleine machen mussten. Insofern hatte Trump Glück. Trump ist nach wie vor Anführer der republikanischen Bewegung – wie sie das selbst nennen. Er ist nach wie vor der, bei dem man befürchten muss, dass er bei der nächsten Wahl wieder antreten könnte. Und wenn man sich die Umfragen anschaut hätte er auch gut Chancen auf die republikanische Kandidatur. Es gibt niemanden, der ihm gefährlich werden könnte, falls er sich dazu entscheidet 2024 wieder anzutreten. Man muss sich vor Augen halten, dass zwei Drittel seiner Wähler die große Lüge – the big lie wie es hier heisst – glauben, nämlich dass die Wahl tatsächlich gefälscht war. Dass Joe Biden nicht der legitime Präsident ist, sondern dass Donald Trump das ist. Und im Grunde das glauben, was die Leute, die damals am Kapitol standen oder im Kapitol standen, geglaubt haben. Und wenn man das glaubt – diese große Lüge – dann ist die Zukunft von Trump vorprogrammiert. Dann muss er nochmal antreten, um diesen angeblichen Wahlbetrug wieder wett zu machen.“

Linda Richter…