Jovenel Moïse
Präsidentenmord in Haiti: Kolumbianer in den USA der Ermordung beschuldigt

Haitis Präsident Jovenel Moïse, hier bei seiner Vereidigung im Februar 2017. In den USA ist ein Kolumbianer wegen der Ermordung des Präsidenten angeklagt worden. 

© Dieu Nalio Chery/AP / DPA

Ein halbes Jahr nach der Ermordung des haitianischen Präsidenten Jovenel Moïse ist ein Verdächtiger in den USA festgenommen worden. Ihm wird „Verschwörung zum Mord oder zu einer Entführung außerhalb der Vereinigten Staaten“ vorgeworfen.

Wegen des Mordes an Haitis Präsident Jovenel Moïse im vergangenen Juli ist ein kolumbianischer Ex-Soldat festgenommen und in den USA formell beschuldigt worden. Dem 43-Jährigen wird „Verschwörung zum Mord oder zu einer Entführung außerhalb der Vereinigten Staaten“ zur Last gelegt, wie das US-Justizministerium am Dienstag mitteilte. Der Kolumbianer und andere drangen der Staatsanwaltschaft zufolge am 7. Juli 2021 in Moïses Privatresidenz in Haiti ein, um ihn zu töten, „und tatsächlich wurde der Präsident getötet“.

Der frühere Soldat hatte sich nach Jamaika abgesetzt und war dort im Oktober festgenommen worden. Er sollte dann aber wegen Mangels an Beweisen in sein Heimatland abgeschoben werden. Bei einer Zwischenlandung in Panama wurde er am Montag erneut festgenommen. Er stimmte nach Angaben von Panamas Einwanderungsbehörde in der Folge einer Auslieferung an die USA zu und wurde nach Miami geflogen. Noch am Dienstag sollte er einem Richter vorgeführt werden. In den USA drohen dem 43-Jährigen im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft.

Moïse von Mordkommando getötet 

Die Kolumbianer sollen ursprünglich rekrutiert worden sein, um Moïse unter dem Vorwand eines angeblichen Haftbefehls in ihre Gewalt zu bringen. Der nun Festgenommene sagte den Angaben zufolge aber aus, spätestens am 6. Juli von Mittätern darüber…