Scharfes Interview
„Ungeimpfte piesacken“ – Macron nimmt sich Impfverweigerer vor

Macron ließ sein Land impfen – gegen alle Widerstände

© Liewig Christian/ABACA/ / Picture Alliance

In einem Interview hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erneut klar Position gegen Impfverweigerer bezogen. Er werde Ungeimpfte „bis zum bitteren Ende piesacken“, kündigte Macron an. Die Opposition schäumt.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Ton gegenüber Ungeimpften spürbar verschärft. Er werde Ungeimpfte „bis zum bitteren Ende piesacken“, indem er ihnen soweit wie möglich den „Zugang zu den Aktivitäten des sozialen Lebens“ einschränken werde, sagte der Staatschef in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“. 

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„Ich werde sie nicht ins Gefängnis stecken, ich werde sie nicht zwangsimpfen“, sagte Macron über seine Strategie zum Umgang mit Impfverweigerern. Stattdessen müsse die Botschaft der Regierung an die Ungeimpften lauten: „Ab dem 15. Januar könnt ihr nicht mehr ins Restaurant gehen, ihr könnt keinen Rotwein mehr trinken, ihr könnt nicht mehr Kaffee trinken gehen, ihr könnt nicht mehr ins Theater gehen, ihr könnt nicht mehr ins Kino gehen…“

Macrons Aussage löste heftige Kritik der Opposition aus. Die extrem rechte Präsidentschaftskandidatin des Rassemblement National, Marine Le Pen, nannte Macron seines Amtes unwürdig. Der Linkenpolitiker Jean-Luc Mélenchon bezeichnete die Aussage als „schockierend“. Grünen-Kandidat Yannick Jadot schrieb in einem Impfaufruf, die Menschen seien Macron egal. Sozialistenchef Olivier Faure sprach von einer Aussage, die nicht auf der Höhe eines Präsidenten sei.