Extremismus
Drohungen und Tötungsaufrufe von Corona-Leugnern nehmen zu

Auf einer Demonstration im November 2020 in Leipzig werden Wissenschaftler und Politiker als Sträflinge gezeigt. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Todesdrohungen gegen Ministerpräsidenten. Ein Soldat sagt über Politiker, man werde ihre «Leichen auf den Feldern verstreuen». Gegner der Corona-Maßnahmen haben sich offenbar weiter radikalisiert.

In einigen Foren von Impfgegnern und Corona-Leugnern ist der Ton seit dem vergangenen Herbst radikaler geworden – es gibt sogar vermehrt Tötungsaufrufe.

Bei einer Recherche in Telegram-Chaträumen seien seit Mitte November 250 Tötungsaufrufe gefunden worden, berichtete am Mittwoch «tagesschau.de». Diese richteten sich unter anderem gegen Politiker, Wissenschaftler, Ärzte und Journalisten.

Dies deckt sich mit Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden. Seit dem Herbst sei hier eine Zunahme zu beobachten, hieß es. Telegram sei nach wie vor der wichtigste Kanal für die Verbreitung solcher Äußerungen, die in den Chats in der Regel unwidersprochen blieben.

Wenig Handhabe der Behörden gegen den Plattformbetreiber

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) forderte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) auf, hart und entschlossen gegen Absender von Mord- und Gewaltaufrufen bei Telegram vorzugehen. «Wir Journalistinnen und Journalisten erleben die Anfeindungen aus dem Lager von Impfgegnern und Corona-Leugnern tagtäglich», sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall am Mittwoch.

Faeser hatte dem ARD-Hauptstadtstudio mit Blick auf Protestaktionen von Gegnern der staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung am Dienstag gesagt: «Es gilt natürlich das Versammlungsrecht. Und ich bin sicher, dass die Sicherheitsbehörden das auch überall umsetzen»….