EAST-Reaktor
17 Minuten 120 Millionen Grad Celsius – Chinas „künstliche Sonne“ stellt neuen Rekord bei der Kernfusion auf

Der EAST-Reaktor produziert Rekorde in Serie

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von Gernot Kramper
05.01.2022, 08:33 Uhr

Heißer als die Sonne, der EAST-Reaktor konnte Plasma 17 Minuten lang auf 120  Millionen Grad Celsius aufheizen. Das ist ein neuer Rekord und wegen der erreichten Zeit ein entscheidender Schritt.

Die Kernfusion ist ein ewiger Hoffnungsträger. Die theoretischen Grundlagen wurden in den frühen 1950er Jahren gelegt. Doch in der Praxis mühte man sich ab und erreichte wenig. Denn technisch war es außerordentlich schwer, Bedingungen, wie sie auf der Sonne herrschen, in einem Reaktor auf der Erde zu erzeugen. Doch in den letzten Jahren erreichen die Forschungsreaktoren immer neue Rekorde. Auch Chinas „künstliche Sonne“ stellte gerade einen neuen auf, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua lief das System ganze 1056 Sekunden lang bei hoher Plasmatemperatur.

Bislang unerreichter Zeitraum 

Vom Typ her handelt sich bei EAST um einen Tokamak-Reaktor in der Form eines Donuts. Das Prinzip dieser Tokamak-Reaktoren wurden von sowjetischen Wissenschaftlern entworfen. Im Innerenn des Donust kreist das Plasma.

Es simuliert eine Umgebung ähnlich der Sonne, um eine kontinuierliche Fusion zu erreichen. Nur muss in den Reaktoren die Temperatur des Plasmas weit höher sein als auf der Sonne, da man auf der Erde keinen vergleichbaren Druck aufbauen kann; die Hitze muss diesen Mangel ausgleichen. Doch was in der Theorie als elegante Lösung erschien, erwies sich in der Praxis als außerordentlich kompliziert. Erst seitdem man supraleitende Magneten einsetzt, gibt es spürbare Fortschritte.

Im Dezember 2020 wurde die aktuelle, verbesserte Version von EAST in Betrieb genommen. Der Reaktor wurde nun so konzipiert, dass seine…