Die Älteren werden sich erinnern: Zwischen 2003 und 2006 gab es unter dem Namen „Zwei am großen See“ eine erfolgreiche Heimatfilm-Reihe, die in der Region um Bad Tölz und am Starnberger See gedreht wurde. Es ging, kurz gesagt, um eine Villa, Erbschaftsstreitigkeiten, einen fiesen Gasthausbetreiber und seine Amigo-Freunde. Die Filme liefen unter so schönen Titeln wie „Große Gefühle“ oder auch „Feindliche Übernahme“.

Und nun die Überraschung: Klammheimlich haben CDU und CSU an einem Remake der Schnulzen-Saga gearbeitet. In den Hauptrollen: ihre jeweiligen Vorsitzenden bzw. In-Spe-Vorsitzenden Markus Söder und Friedrich Merz. Unter dem Arbeitstitel „Zwei Große am See – Treueschwüre am Steg“ zeigen sich beide Polit-Darsteller dabei auf dem Höhepunkt ihres Könnens. Ganz großes Kino, wie das Paar anfangs noch fremdelt, sich zögerlich auch körperlich einander annähert, um dann – stets unter dem Damoklesschwert einer drohenden Eiszeit – auf einer Uferbank in trauter Zweisamkeit zu versinken.

Wir prophezeien bereits jetzt: Dieses zu Herzen gehende Familiendrama wird das konservativ-bürgerliche Lager in Scharen zurück auf die Klappstühle der Ortsvereine treiben. Was die Erzählung aber wirklich wert ist, wird sich erst in vier Jahren zeigen, wenn das Polit-Publikum darüber abstimmen darf, welche Inszenierung ihm am besten gefallen hat. Ins Rennen geht dann auch die Ampel-Komödie „Olaf, Annalena, Christian – Drei sind einer zu viel“.