Konjunktur
Rekordumsatz im Einzelhandel – aber nicht alle profitieren

Menschen gehen dicht gedrängt zum Einkaufen über den Jungfernstieg in Hamburg. Foto: Markus Scholz/dpa

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Es klingt paradox: Trotz Corona-Einschränkungen erwirtschaftet der Einzelhandel ersten Schätzungen zufolge einen Rekordumsatz. Doch vor allem in den Innenstädten ist die Lage düster.

Corona-Lockdown Anfang 2021, 2G-Regel im wichtigen Weihnachtsgeschäft und Lieferengpässe: Die Pandemie und ihre Folgen haben den Einzelhandel in Deutschland weiterhin im Griff.

Zwar erwirtschaftete die Branche im vergangenen Jahr nach einer ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes vor allem dank des boomenden Online-Handels einen Rekordumsatz. Den stationären Handel, insbesondere Bekleidungs- oder Schuhgeschäfte, treffen die Beschränkungen jedoch hart.

Der stationäre Textilhandel leidet

Nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) liegen in den von Lockdown und Zugangsbeschränkungen betroffenen Bereichen die Umsätze noch immer um bis zu 30 Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019. «Die Not ist hier beispielsweise im stationären Textilhandel nach wie vor groß. Die Bundesregierung muss deshalb rasche Anpassungen bei den Corona-Hilfen vornehmen», forderte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag.

Der Schätzung der Wiesbadener Statistiker zufolge stieg der Einhandelsumsatz im vergangenen Jahr bereinigt um Preiserhöhungen (real) um etwa 0,9 Prozent und nominal um 3,1 Prozent im Vergleich zum bislang umsatzstärksten Jahr 2020. Die Ergebnisse der ersten elf Monate 2021 deuteten allerdings darauf hin, dass Teile des stationären Einzelhandels – etwa mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren – auch im zweiten Corona-Jahr Umsatzeinbußen hinnehmen mussten, erläuterte die Behörde.