von Niels Kruse
03.01.2022, 17:26 Uhr

Vor einem Jahr stürmten Trump-Anhänger das Kapitol in Washington – unter den Augen des US-Präsidenten. Mittlerweile zeichnet sich ab, welche Rolle sein Umfeld gespielt hat. Tochter Ivanka etwa soll ihren Vater mehrfach gedrängt haben, etwas zu tun.  

Die Wut der Angreifer, die Tritte und Schläge, die Todesangst. Aquilino Gonell wurde an beiden Händen verletzt, an der linken Schulter, am linken Bein, am rechten Fuß. Mehrmals lag er auf dem OP-Tisch, die Narben verheilen nur langsam. Vor allem die seelischen. Gonell war am 6. Januar 2021 als Polizist im US-Kongress im Einsatz. Monate später erzählte er bei einer Anhörung, wie er den Tag erlebte: Eine „mittelalterliche Schlacht“ sei der Sturm des Kapitols gewesen. Er und seine Kollegen wurden mit Hämmern und Stöcken malträtiert, mit Chemikalien besprüht. „Die körperliche Gewalt, die wir erlebten, war schrecklich und verheerend.“ Und es waren Amerikaner, Mitbürger, gegen die er kämpfen musste.

„Lass es bleiben“, habe sie gesagt

Die Erstürmung des US-Kapitols ist nun ziemlich genau ein Jahr her, eigentlich sind die Geschehnisse durch die Aufklärungsarbeit der Abgeordneten auch soweit eingeordnet, und doch kommen immer wieder irritierende Details ans Tageslicht. So berichtet die republikanische Parlamentariern Liz Cheney jetzt, dass dem Untersuchungsausschuss glaubwürdige Aussagen vorlägen, nach denen Ivanka Trump, ihren Vater und damaligen US-Präsidenten gebeten habe, „etwas zu unternehmen „, wie Cheney dem Sender CNN sagte.

„Wir kennen seine Tochter und wir haben Bekundungen aus erster Hand, dass Ivanka mindestens zwei Mal bei Donald Trump war, um ihn zu bitten, die Gewalt zu stoppen“, sagt der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, Bennie Thompson. Dass Ivanka Trump, die auch als Beraterin ihres Vaters fungierte, versucht haben soll an dem Tag Einfluss zu…