Nachwuchs-Dschihadisten
Wenn Papa und Mama Hass lehren

Eine verschleierte Frau mit Mund-Nasen-Bedeckung verlässt eine Chartermaschine und betritt einen abgeschirmten Bereich der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt. Foto: Boris Roessler/dpa

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Der von den Sicherheitsbehörden in Hamburg verhinderte Terroranschlag lenkt den Blick auf den Nachwuchs salafistischer Familien. Und offenbart ein Dilemma.

Wer schon als Kind zum Hass auf vermeintlich «Ungläubige» erzogen wird, schüttelt die dschihadistische Ideologie später nicht so einfach ab.

Die vor wenigen Tagen öffentlich verkündete Festnahme eines 20-jährigen Terrorverdächtigen der zweiten Generation in Hamburg wirft ein Schlaglicht auf ein Problem, das Sicherheitsbehörden und Experten für Deradikalisierung beschäftigt – auch mit Blick auf die Kinder von Rückkehrerinnen aus dem früheren Herrschaftsgebiet der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Der Sohn eines bekannten radikalen Islamisten soll einen Anschlag in Deutschland vorbereitet haben. Der junge Mann soll versucht haben, eine Pistole, Munition und eine Handgranate zu kaufen. Bei der Durchsuchung der Wohnung eines Verwandten, die er nutzte, fanden Ermittler Chemikalien für den Bau eines Sprengsatzes.

Der Vater kannte Mounir el Motassadeq sehr gut

Der bereits im August festgenommene Deutsch-Marokkaner aus Hamburg ist, soviel steht fest, schon früh mit dem gewaltbereiten Salafismus in Verbindung gekommen. Sein 2016 nach Marokko ausgereister Vater ging einst in der später geschlossenen Al-Quds-Moschee in Hamburg ein und aus. Später zählte er zu den Besuchern der islamistischen Al-Taqwa-Moschee. Der Vater kannte Mounir el Motassadeq sehr gut, ein Mitglied der sogenannten Hamburger Zelle um den Todespiloten Mohammed Atta, der 2001 eines der Flugzeuge in das World Trade Center in New York gesteuert…