von Gernot Kramper
03.01.2022, 19:30 Uhr

Har er seine Neffen ermordet? Oder war der bucklige Richard III. unschuldig? Diese Frage bewegt die Briten unentwegt. Nun glaubt ein Team von Ermittlern das wahre Schicksal des Thronerben Edward aufgeklärt zu haben.

Die Rosenkriege des Mittelalters werden auch im heutigen Großbritannien gern voller Wonne aufs Neue ausgetragen. Die Zeit der Kämpfe zwischen den Häusern York und Lancaster endete mit dem Tod Richards III. in der Schlacht von Bosworth. Unsterblich wurde der missgestaltete, aber tapfere Richard durch seinen Ausruf: „Ein Pferd, ein Königreich für ein Pferd.“ Und auch wenn die Rosenkriege vorbei sind, spaltet genau dieser Richard III. seit 500 Jahren die britische Nation. War er tatsächlich das fleischgewordene Böse, so wie es Shakespeare schilderte? Oder war der Schriftsteller nicht eher ein skrupelloser Propaganda-Schmierling, der den unterlegenen Richard in den Dreck zog, damit der Glanz der siegreichen Tudor-Dynastie umso stärker erstrahlte? Längst ist bekannt, dass ein Großteil der Verbrechen, die Shakespeare ihm andichtete und genussvoll sadistisch ausmalte, überhaupt nicht von Richard „Krummrücken“ begangen wurde.

Rosenkriege

Richard III. – der meistgehasste König Englands

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Viele Schurkentaten wurden erfunden

Aber mochten die meisten Gräuel, die Richard zu einem Monster machten, auch erfunden sein: Es bleibt die Frage, was mit den „Prinzen im Tower“ geschah. Das unschuldige Blut der jungen Prinzen ist eine Obsession der britischen Seele – sie sind gewissermaßen die „Sissy“ der Insel. 1483 verschwanden die Neffen von Richard III.. Hatte der böse Onkel sie umbringen lassen, weil Edward der wahre Thronerbe war? Weiß und rein wie zwei Rosen werden sie gemalt. Weiße Rosen als Zeichen, dass sie die wahren Erben der York-Linie waren. Sie wurden „auf Befehl ihres perfiden…