Finanzen
Woran es beim sekundenschnellen Bezahlen hapert

Seit November 2017 kann in Europa Geld binnen Sekunden überwiesen werden – doch in Deutschland nutzen die wenigsten Bankkunden solche Echtzeitzahlungen. Foto: Fabian Sommer/dpa

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In der EU gehört sekundenschnelles Bezahlen inzwischen zum Standard-Angebot von Banken und Sparkassen. Doch die meisten Kunden greifen lieber auf herkömmliche Verfahren zurück.

Zeit ist Geld – dennoch sind in Deutschland Echtzeitzahlungen nach wie vor die Ausnahme.

«Instant Payment ist aus unserer Sicht noch nicht im Alltag der Menschen angekommen. Es wird von Banken eher als Nischenprodukt platziert und ist daher noch weit entfernt vom politischen Willen und den Anforderungen des Handels als «New Normal» zu gelten», bilanzierte Ulrich Binnebößel, Zahlungsverkehrsexperte beim Handelsverband Deutschland (HDE).

Seit November 2017 sind in Europa Überweisungen von Konto zu Konto binnen Sekunden technisch möglich. Die EU-Kommission hatte das Ziel ausgegeben, sogenannte Instant Payments bis Ende 2021 in der ganzen Europäischen Union zum Standard zu machen.

Unter Instant Payments versteht man Zahlungen von Konto zu Konto, die rund um die Uhr in Sekundenschnelle abgewickelt werden. Bei solchen Echtzeitzahlungen kann der Empfänger sofort nach Absenden der Zahlung über den erhaltenen Betrag verfügen. Wer zum Beispiel sein altes Auto privat verkauft, muss bei anderen Verfahren zumindest das Risiko einkalkulieren, dass der Käufer nicht zahlt. Wird ein solches Geschäft per Echtzeitzahlung abgewickelt, kann der Verkäufer direkt kontrollieren, ob das Geld auf seinem Konto angekommen ist.

In Europa sind seit dem 21. November 2017 die «SCT Inst» genannten schnellen Überweisungen möglich. Noch am selben Tag testete die zum italienischen…