Es ist der 3. Januar 1892, als Mabel Tolkien im südafrikanischen Bloemfontein ihren ersten Sohn zur Welt bringt: John Ronald Reuel. Dieser soll später einmal ein weltweit erfolgreiches literarisches Universum erschaffen und damit zu einem der berühmtesten Schriftsteller aller Zeiten werden. 

Tolkiens Mutter jedoch erlebte den Erfolg ihres Sohnes nicht – sie starb, als er zwölf Jahre alt war. Doch sie war es, die den Grundstein für seinen späteren Werdegang legte. Sie las ihm Märchen und Sagen vor und lehrte ihn Latein, Französisch und Deutsch. Der junge John sog die Erzählungen seiner Mutter auf und begeisterte sich schon im Kindesalter für Sprachen. Später sollte er sogar eigene erfinden. 

Aufgewachsen im Auenland 

John und sein jüngerer Bruder Hilary wuchsen in einem Vorort der englischen Stadt Birmingham auf. Sarehole Hill war grün, unberührt und idyllisch – wie die Landschaft, in der Tolkien später seine Hobbits ansiedelte.

Als Mabel verstarb, kamen ihre beiden Söhne in die Obhut von Pater Francis Morgans, der von nun an der Vormund der zwei Kinder war. John fiel als ausgesprochen guter Schüler auf. Fasziniert von Sprachen und altenglischen Mythen, gründete er mit einigen Freunden den „Tea Club Barrovian Society“, in dem sie über Literatur und Poesie diskutierten. In dieser Zeit fing Tolkien auch an, selbst zu schreiben – vorerst Gedichte. Doch es dauerte nicht lange und er erfand die ersten Sprachen – etwas, das er auch für seine späteren Romane machen würde. 

Als junger Ehemann im Schützengraben

Tolkien studierte am Exeter College in Oxford zunächst die klassischen Sprachen Latein und Griechisch, ehe er sich begeistert dem Walisischen zuwandte. Zu jener Zeit hatte der Erste Weltkrieg seinen Höhepunkt erreicht und Tolkiens Zeit an der Universität sollte nicht lange währen. Als 24-Jähriger wurde er an die Front nach Nordfrankreich gerufen – da war die Ehe mit seiner Frau Edith erst vier Monate jung. „Meine Frau…