Abgasskandal
VW-Dieselklagen: 2022 noch viel Arbeit für Anwälte und BGH

Der Nachhall der Abgasaffäre wird die Autoindustrie auch im neuen Jahr beschäftigen. Foto: Swen Pförtner/dpa

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Hunderttausende VW-Kunden haben einem Vergleich zugestimmt und das Schadensersatz-Angebot des Autokonzerns angenommen. Doch es gibt noch einige ungeklärte Fragen.

Die zivilrechtliche Aufarbeitung des Abgasskandals dürfte die deutsche Autoindustrie auch 2022 stark beschäftigen – trotz der bereits erzielten Vergleiche und erster Grundsatzurteile.

Bei Volkswagen, wo «Dieselgate» vor über sechs Jahren seinen Anfang genommen hatte, erwarten Verbraucher und Konzernjuristen ab Februar weitere Entscheidungen des Bundesgerichtshofs (BGH).

In Karlsruhe soll es voraussichtlich bis in den März hinein noch einmal darum gehen, in welchen genauen Fällen Schadenersatzansprüche wegen der Wertminderung von Fahrzeugen mit manipulierter Emissionsreinigung verjährt sind. Zudem geht es um die Frage, ob Dieselbesitzer auch bei einem Autokauf nach der Information der Finanzmärkte durch VW zur «Dieselthematik» noch Aussicht auf Entschädigung haben. Dazu sind mündliche Verhandlungen vorgesehen, der BGH hat eine Haftung des Autobauers bei solchen späten Käufen aber im Grunde abgelehnt. Mögliche Entschädigungen für Leasing-Kunden bleiben ein ähnlich komplexes Thema. Für den April stehen dazu ergänzende Termine an.

Viele Autobesitzer nahmen Schadenersatz-Angebot an

Einige große Brocken konnten im zurückliegenden Jahr abgeräumt werden. So nahmen laut VW bis zum Februar 2021 die infrage kommenden Besitzer von Autos mit dem «Skandalmotor» EA189 überwiegend ihr Schadenersatz-Angebot an, das 2020 im Rahmen der Musterfeststellungsklage mit dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ausgehandelt worden war.