Volksheld
Trauerfeier für Nobelpreisträger Desmond Tutu in Südafrika

Mpho Tutu sitzt am Sarg ihres Vaters, des emeritierten anglikanischen Erzbischofs Desmond Tutu. Foto: Nic Bothma/Pool EPA/AP/dpa

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Südafrikas Volksheld Tutu gilt als unbeugsame moralische Instanz und streitbarer Gottesmann. Nun muss sich das Land vom Wortführer im Kampf gegen das einstige rassistische Apartheid-System verabschieden.

Südafrika verabschiedet sich von seinem Volkshelden und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu. In der St.-Georgs-Kathedrale von Kapstadt begann die Trauerfeier für den am Sonntag zuvor verstorbenen weltbekannten Menschenrechtler und emeritierten anglikanischen Erzbischof.

Präsident Cyril Ramaphosa wird die Trauerrede halten und Tutus Witwe Leah im Anschluss Südafrikas sechsfarbige Flagge überreichen, aufgrund derer Tutu den Begriff der «Regenbogennation» münzte, der das friedliche Zusammenleben von Südafrikas zahlreichen Bevölkerungsgruppen nach der Apartheid beschreibt. Tutus Asche wird später in einem Mausoleum innerhalb der Kathedrale beigesetzt, von deren Kanzel Tutu für viele Jahre gegen die Brutalität des Apartheidregimes predigte.

Familie bittet um Spenden

Der für seine Bescheidenheit berühmte Tutu wurde in einem einfachen Sarg aufgebahrt, während die Familie um gemeinnützige Spenden anstelle von Blumen bat. Die Trauergäste der gewollt einfachen Zeremonie beschränkten sich auf enge Freunde und Familie, Geistliche und wenige internationale Gäste, unter ihnen König Letsie III. aus dem benachbarten Lesotho. Südafrikaner verfolgten die Trauerfeier live im Staatsfernsehen.

Der prominenteste Geistliche des Landes war vergangenen Sonntag im Alter von 90 Jahren gestorben. Seither wehen die Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf halbmast; die Kirchenglocken in ganz Südafrika werden seit Sonntag…