Umwelt
Klimapolitik: Wirtschaft warnt vor Abwanderung von Firmen

Deutschland zählt weltweit zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen. Foto: Federico Gambarini/dpa

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Deutschland hat die G7-Präsidentschaft übernommen. Wirtschaftsverbände drängen auf einen internationalen «Klimaclub».

Die deutsche Wirtschaft warnt in der Energie- und Klimapolitik vor Wettbewerbsverzerrungen mit gravierenden Auswirkungen auf Jobs in Deutschland.

«Wenn die Belastungen immer höher werden, wird es eine Abwanderung von Firmen ins Ausland geben», sagte Industriepräsident Siegfried Russwurm der Deutschen Presse-Agentur. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Peter Adrian, sagte der dpa, die deutschen Unternehmen, und zwar gerade die energieintensiven, müssten im internationalen Wettbewerb mithalten können.

«Wenn wir jetzt in Europa und auch speziell in Deutschland den Weg beschreiten, dass alles teurer wird, dann kann das schnell zur Folge haben, dass betroffene Industrien und Wirtschaftszweige hierzulande wegfallen – weil sie ins Ausland abwandern müssen», sagte Adrian. «Diese Firmen sagen: Wir sind mit den deutschen Energiepreisen schon im europäischen Wettbewerb chancenlos und im Vergleich zur weltweiten Konkurrenz verloren. Wir müssen zum Beispiel nach Osteuropa oder in eine andere Weltregion gehen, weil wir sonst unsere Kunden verlieren. Das ist sozusagen der blinde Fleck der Klimapolitik. Damit muss Politik sich dringend mehr beschäftigen. Das ist unsere Hauptsorge.»

Russwurm sagte: «Wenn wir klimaneutral würden, indem immer mehr Fabriken in Deutschland schließen, weil sie nicht mehr wettbewerbsfähig sind, dann wäre dem Weltklima nicht geholfen.» Das 1,5-Grad-Ziel lasse sich nur durch weltweit gemeinsames Handeln erreichen. Gemeint ist das im Pariser Klimaabkommen verankerte Ziel, die…