Ungeachtet steigender Infektionszahlen will die britische Regierung, in deren Zuständigkeit die Gesundheitspolitik für den Landesteil England liegt, vorerst keine neuen Corona-Restriktionen verhängen. Das Land müsse „versuchen, mit COVID-19 zu leben“, schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid in einem Beitrag für die Zeitung „Daily Mail“. Neue Einschränkungen werde es nur „als absolut letzten Ausweg“ geben.

Sajid Javid beim Besuch des Londoner St.-Georgs-Krankenhauses

Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten stabil, schrieb Javid. Sie sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurückzuführen. Das Land sei nun „in einer viel stärkeren Position“.

Großbritannien sieht sich derzeit mit immer neuen Höchstwerten an Corona-Neuinfektionen konfrontiert, dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag wurden im Vereinigten Königreich 189.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen COVID-19 steigt seit einiger Zeit wieder an.

Reges Treiben an der Themse in der Silvesternacht – Abstand Fehlanzeige

England allein verzeichnete am Neujahrstag einen Rekord von 162.572 Neuinfektionen. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz liegt in London bei 1850 pro 100.000 Einwohner.

Neue Daten für das ganze Land liegen wegen unterschiedlicher Meldeverfahren in Schottland, Wales und Nordirland nicht vor. Anders als die britische Gesamtregierung hatten die Regionalregierungen der drei Landesteile die Corona-Maßnahmen über die Feiertage verschärft.

Premierminister Boris Johnson hatte die Menschen in seiner Silvesterbotschaft aufgerufen, sich impfen zu lassen. Machen sie das „zu ihrem Vorsatz für das neue Jahr – das ist viel einfacher als abzunehmen oder ein Tagebuch zu führen“, sagte Johnson.

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