Wie die Franz Hofmann und Sophie Hagemann Stiftung aus Nürnberg am Freitag (31.12.) bekannt gab, hat sie am Donnerstag 285.000 Euro Entschädigung für das als „Guarneri-Geige“ bekannte Instrument an die Erben des jüdischen Vorbesitzers gezahlt.

Die Zahlung beendet einen jahrelangen Konflikt, über den auch die DW berichtet hat. Schon 2016 hatte die Beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubgut die im Jahr 1706 vom italienischen Geigenbauer Giuseppe Guarneri gefertigte Violine als „NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut“ eingestuft.

Einigung auf Entschädigung

Der Musikalienhändler Felix Hildesheimer hatte sie 1938 erworben. Als Jude musste er kurz darauf Haus und Musikalienhandlung verkaufen, 1939 beging er Suizid. 1974 erwarb die mittlerweile verstorbene Stifterin Sophie Hagemann die Geige und spielte sie selbst.

Weil Hagemann von der Vergangenheit des Instruments nichts gewusst hatte und die nach ihr benannte Stiftung bei der Aufklärung der Provenienz des Instruments proaktiv beteiligt war, verzichtete die Kommission 2016 darauf, eine Restitution zu empfehlen. Die Erben Hildesheimers sollten allerdings finanziell entschädigt werden. Beide Seiten stimmten zu.

Erhöhung der Entschädigungssumme

Doch trotz der Einigung zahlte die Stiftung zunächst nicht. Begründung: Es sei nicht wahrscheinlich, dass Hildesheimer die Geige auf eine Weise verloren habe, die für die Erben einen Anspruch auf Wiedergutmachung nach sich ziehe.

Anfang Dezember 2021 erhöhte die NS-Raubgut-Kommission die Höhe der empfohlenen Entschädigungszahlung von 100.000 auf 285.000 Euro. Der NS-verfolgungsbedingte Verlust des Instruments sei zwischen den Parteien unstreitig, hieß es nun.

Instrument der Verständigung

Am Freitag teilte die Stiftung mit, dass eine einvernehmliche Lösung erreicht worden sei, um die „Irritationen“ von Anfang 2021 zu überwinden. Auch die Beratende Kommission betonte, der 2021 neu bestellte Vorstand der Stiftung habe sich für eine faire und gerechte…