Neujahrsbotschaft vom Diktator
„Kampf um Leben und Tod“: Kim Jong Un schwört Nordkoreaner auf 2022 ein

Kim Jong Un flimmerte am Neujahrstag auch in Südkorea über die TV-Schirme

© Jung Yeon-Je / AFP

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sein Volk auf große Herausforderungen im Jahr 2022 eingestimmt. Er sprach von „militanten Aufgaben“, vor allem aber von den Nahrungsmittelproblemen des Landes.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat zum Ende seines zehnten Jahres an der Macht die herrschende Arbeiterpartei und die Bevölkerung auf einen „Kampf um Leben und Tod“ im neuen Jahr vorbereitet. In seiner Rede zum Abschluss eines fünftägigen Parteitreffens in Pjöngjang stellte Kim am Freitag die wirtschaftspolitischen Ziele und die Überwindung der Versorgungsprobleme in den Mittelpunkt. Zudem müsse der weiteren Abwehr der Corona-Pandemie höchste Priorität in der Staatsarbeit eingeräumt werden, zitierten ihn die Staatsmedien am Samstag.

Zugleich schwor Kim die Teilnehmer der Sitzung des Zentralkomitees auf „militante Aufgaben“ ein. Ziel sei es, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Das militärische Umfeld der koreanischen Halbinsel und die internationale Lage würden Tag für Tag instabiler. Auf die Atomwaffen seines Landes sowie auf die USA, die Kim bei einem Parteikongress im vergangenen Jahr als „Hauptfeind“ bezeichnet hatte, ging er hingegen nicht ein. 

Nach Ansicht von Beobachtern könnte das auch ein Hinweis ein, dass die diplomatisch isolierte Führung in Pjöngjang weiter kein Interesse an Gesprächen mit Washington hat. Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen, die seine wirtschaftliche Entwicklung hemmen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit fast drei Jahren nicht mehr voran. 

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