Energiewende
Thorium ist so häufig wie Blei – Mini-Reaktoren sollen billig grüne Energie produzieren

Auch in Holland arbeitet man an der Schmelzsalztechnik.

© NRG / PR-Material

von Gernot Kramper
29.12.2021, 16:41 Uhr

Viele Länder setzten auf Kernkraft, um CO2-frei Energie herzustellen. In den nächsten Jahren könnten Thorium-Reaktoren die Dominanz der Uran-Kraftwerke brechen. Sie wollen Strom billiger und sicherer herstellen.

In Deutschland findet die Energiewende ohne Kernkraft statt. Das soll möglich werden, indem die Regierung Scholz kurzerhand konventionellem Erdgas kurzerhand das Prädikat „klima-grün“ verleiht. Doch viele Länder wollen mit Kernkraftwerken eine klimaneutrale Wirtschaft ermöglichen. Dabei werden die Laufzeiten alter Kraftwerke verlängert, Weiterentwicklungen bekannten Bautypen geplant, aber auch neue Wege begangen.

Darunter fällt auch der Plan, kleine Reaktoren, wie man sie von Atom-U-Booten und Flugzeugträgern kennt, industriell in Serie zu produzieren. Dazu arbeitet eine Reihe von Start-ups an einem Short-Cut zur Kernfusion, mit dem sie die Konstruktionsprobleme der großen Tokamak-Anlagen umgehen wollen. Aber trotz hoffnungsvoller Ansätze steht es in den Sternen, ob sich die ehrgeizigen Pläne dieser Firmen umsetzen lassen.

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Relativ häufiges Vorkommen 

Ganz anders sieht es mit neuen Reaktoren auf, die anstatt mit Uran mit Thorium betrieben werde. Thorium wurde 1828 von dem schwedischen Chemiker Jons Jakob Berzelius entdeckt und nach Thor, dem nordischen Gott des Donners, benannt. Es ist ein leicht radioaktives Metall und ist in Spuren von Gesteinen und in Böden auf der ganzen Welt zu finden.

Thorium hat nur ein Hauptisotop – 232Th – und die anderen Isotope kommen nur in…