Pandemie-Hobby
Ich bin der unsportlichste Mensch der Welt – und schaue plötzlich liebend gern obskure Sportarten im Fernsehen

Wenn man alle Serien schon gesehen hat – wie wäre es mal mit Sport im TV?

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von Wiebke Tomescheit
30.12.2021, 14:52 Uhr

Durch einen Zufall fand ich heraus, wie faszinierend es ist, Sportwettkämpfen zuzuschauen. Auch, weil man dabei bequem auf der Couch sitzen kann – aber vor allem, weil man erst dabei merkt, wie wenig man über viele Sportarten weiß.

Es ist schon verrückt. Seit gut zwei Jahren ist die Corona-Pandemie Teil unseres Lebens, und sie treibt teils seltsame Blüten. Wie bei mir. Während andere Bananenbrot backen, Fremdsprachen lernen, stricken, malen oder meditieren, habe ich das Sportgucken für mich entdeckt. Das ist aus zwei Gründen absurd: Ich bin erstens der größte Sportmuffel der Welt – außer Spazierengehen, Schwimmen und halbherzigen Yogaversuchen ist bei mir nichts drin. Und zweitens habe ich mir nicht sowas wie Fußball ausgesucht, über das man vielleicht sogar noch mit normalen Menschen plaudern könnte – nein, ich liebe neuerdings jede Menge Nischensportarten. Und würde das auch jedem anderen empfehlen.

Es fing an, als ich eines Tages im Homeoffice am Laptop saß und das gleiche Problem hatte, das ich schon in der Schule immer hatte: Ich kann bei Stille nicht arbeiten. Meine Hausaufgaben machte ich immer lieber in der Küche am Esstisch, wo im Hintergrund die Familie herumwuselte, als allein in meinem Zimmer. Im Büro hatte ich dieses beruhigende Gewusel zwangsläufig – aber im heimischen Wohnzimmer nicht. Es war zu leise, so konnte ich mich nicht konzentrieren. Also machte ich mich auf die Suche nach dem perfekten Hintergrundrauschen: Fernsehen? Sobald Serien oder interessante Dokumentationen liefen, lenkten sie mich ab. Lief etwas richtig Langweiliges, wie das typische Vormittagsfernsehen…