Ein beschwingter Walzer auf dem Parkett kann die Sorgen des Alltags für einen Moment vergessen machen. Auch, wenn der Walzer gar nicht getanzt wird, sondern nur im Konzertsaal erklingt. Klassische Konzerte mit heiterer Tanzmusik zum Jahreswechsel erfreuen sich hierzulande großer Beliebtheit. So etwa das Silvesterkonzert der Semperoper in Dresden, das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker oder das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Keins dieser festlichen Konzerte ist international über die Medien so verbreitet wie das der Wiener Philharmoniker. Ihr traditionelles Neujahrskonzert wird weltweit von über 90 öffentlichen Fernsehsendern aus dem „Goldenen Saal“ des Wiener Musikvereins unter anderem durch die European Broadcast Union (EBU) übertragen. Ob in Japan, China, den USA oder Brasilien, überall erklingen die bekannten Walzermelodien von Johann Strauß und Zeitgenossen. In Kenia genauso wie auf den Karibischen Inseln und natürlich in den Ländern der Europäischen Union. In Deutschland überträgt das Zweite Deutsche Fernsehen traditionell das Konzert am Neujahrstag, das mit 16 Kameras aus allen Perspektiven vom Österreichischen Fernsehen begleitet wird.

Die Wiener Philharmoniker füllen die Bühne im „Goldenen Saal“ des Wiener Musikvereins

Daniel Barenboim und die Wiener Philharmoniker

Zum Jahreswechsel 2022 wird Daniel Barenboim das berühmte Konzert leiten. Der in Buenos Aires geborene Dirigent und Pianist arbeitet schon seit 1965 als Pianist mit den Wiener Philharmonikern zusammen, seit 1989 auch als Dirigent. In Berlin ist er Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden und Chefdirigent auf Lebenszeit der Staatskapelle Berlin.

Darüber hinaus rief Barenboim 1999 gemeinsam mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said das West-Eastern Divan Orchestra ins Leben. Das Ensemble bringt friedenstiftend junge Musiker aus Israel und den arabischen Ländern zusammen. Mit Barenboim wollen die Philharmoniker wie es offiziell heißt,…