3D-Scan
Intaktes Gehirn und schöne Zähne – die „perfekte“ Mumie von Amenhotep I. wurde erstmals durchleuchtet

Die Maske und was dahinter liegt.

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von Gernot Kramper
29.12.2021, 10:13 Uhr

Pharao Amenhotep I. hatte das Glück, dass seine perfekt erhaltene Mumie in der Neuzeit nie angerührt wurde. Ein 3-D-Scan hat nun ihre Geheimnisse erforscht.

Der Kriegerkönig Amenhotep I. überstand die Zeiten unversehrt. Der Pharao ist einige der wenigen Mumien, die in der Neuzeit nicht ausgewickelt wurden. Und dabei soll es auch bleiben. Um ihm seine Geheimnisse zu entlocken, werden nur nicht-invasive Methoden verwendet, die die Mumie nicht beschädigen. Der Pharao wurde nun erstmals durchleuchtet und digital ausgepackt. „Mit seinem schmalen Kinn, der kleinen Nase und dem lockigen Haar ähnelt er körperlich seinem Vater“, so die Radiologin Sahar Saleem. „Überraschend für jemanden, der vor etwa 3.500 Jahren lebte, hat er auch auffallend gute Zähne.“ Normalerweise wird der Zahnschmelz von Steinresten im gemahlenen Getreide abgetragen. 

Die „perfekte“ Mumie von Amenhotep I.

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Vor 18 Stunden

3D-Computertomografie

Saleem entschlüsselte die Schichten der Mumie mit einer 3D-Computertomografie (CT). Aus den Ergebnissen kann man Rückschlüsse über sein Aussehen und den Schmuck gewinnen, mit dem er bestattet wurde. „Wir sehen, dass Amenhotep I. etwa 35 Jahre alt war, als er starb“, so Saleem. „Er war etwa 169 cm groß, beschnitten und hatte ein gutes Gebiss. In seinen Gewändern trug er 30 Amulette und einen einzigartigen goldenen Gürtel mit Goldperlen.“ Sie sagte, die Tatsache, dass seine Zähne so gut erhalten waren, zeige, wie „erstaunlich“ der Mumifizierungsprozess gewesen sei. „Viele königliche Mumien hatten schlechte Zähne, doch Amenhotep I. hatte gute Zähne.“ Auch sein Gehirn war intakt, anders als Tutanchamun und…