RC3
„Die Luca-App ist in ihrer Wirkung tot“: So hart verreißt eine Expertin die einstige Hoffnungs-App

Rapper Smudo von „Fantastischen Vier“ trommelte für die Luca-App

von Malte Mansholt
30.12.2021, 15:09 Uhr

Galt die Luca-App eine Zeit lang als Hoffnung für einen normalen Alltag, hat sich ihr Ruf bald geändert. Eine für Gesundheitsämter beschäftigte Digitalisierungs-Expertin stellt der App in einem Vortrag für den Chaos Computer Club nun ein katastrophales Zeugnis aus.

Eine schnelle Verfolgung von Corona-Kontakten nach dem Besuch eines Ladens, Restaurants oder Veranstaltungsortes – das verspricht die App Luca. Bei Einführung eifrig von Rapper Smudo beworben, galt die App als Hoffnungsträger für eine schrittweise Rückkehr in einen halbwegs normalen Alltag während der Pandemie. Doch das Bild änderte sich schnell. In einem Vortrag auf dem Chaos-Computer-Club-Kongress RC3 zerlegte Expertin Bianca Kastl die App nun geradezu.

„Ich wüsste jetzt nicht, was die noch für einen Nutzen haben soll“, ist ihr vernichtendes Fazit zu der vielfach genutzten App. Kastl weiß, wovon sie spricht. Als eine der ersten prüfte sie gemeinsam mit dem Gesundheitsamt Bodenseekreis die Eignung der App für den Alltag. Und kam nach eigenen Angaben schnell zu dem Ergebnis, dass es noch viel Luft nach oben gab. „Luca war einfach nicht der Weisheit letzter Schluss. Das wurde schon im März 2021 fachlich festgestellt.“

Klares Urteil

In der Praxis hat sich das ihrer Ansicht nach bestätigt. Und das nicht nur, weil Kastl gemeinsam mit anderen schnell eine Sicherheits-Lücke im QR-Code-System der App nachweisen konnte. Auf die Frage, ob die App nun tot sei, zieht Kastl einen klaren Schluss: „Technologisch ja, in der Wirkung auch.“ Die Begründung: Die gesammelten Daten müssten von den Ämtern immer extra angefragt werden. Weil diese aber unter der enorm…