Traumatisiert
Missbrauch, Gewalt, verstümmelte Tiere: Was sie bei Tiktok sah, machte Moderatorin krank. Nun klagt sie

Die bunte App Tiktok hat auch dunkle Seite (Symbolbild)

© ljubaphoto / Getty Images

von Malte Mansholt
28.12.2021, 17:18 Uhr

Tiktok ist der hell strahlende Stern am Social-Media-Himmel. Doch während die Nutzer sich an witzigen Clips erfreuen, bekommen die Moderatoren deutlich dunklere Seiten zu sehen. Eine von ihnen fühlt sich dadurch so stark traumatisiert, dass sie nun klagt.

Von berakdancenden Zwillinge zu einer witzigen Challenge, dann der Modeclip und die Beziehungstipps: Mit seinem schnellen Wechsel von einem kurzen Clip zum nächsten fesselt Tiktok immer mehr Nutzer an den Bildschirm. Doch damit diese Welt harmlos bleibt, bringen die Moderatoren ein großes Opfer, das verrät nun eine Klage. Und gibt Einblicke in die dunklen Seiten der Spaß-App. 

Von denen hat Candie Frazier genug gesehen. Als Moderatorin musste sie nach eigener Aussage eine regelrechte Flut an hochproblematischen Inhalten sichten und bewerten. Dabei sei sie mit „extremen und drastischen Gewaltdarstellungen“ konfrontiert worden, so die Klage. Die Videos hätten unter anderem „den Genozid in Myanmar, Massenerschießungen, die Vergewaltigung von Kindern und die Verstümmelung von Tieren“ gezeigt. Fraziers Vorwurf: Tiktok hätte sie nicht ausreichend vor den psychologischen Auswirkungen ihrer Arbeit geschützt. Und sie dadurch so stark traumatisiert, dass sie nun krank geworden sei.

Harte Bedingungen

Frazier und ihre Kollegen mussten offenbar unter extremen Bedingungen arbeiten. Sie sichteten die Inhalte in 12-Stunden-Schichten, durften erst nach vier Stunden die erste 15-minütige Pause einlegen. Um die gigantische Masse an neu in die App hochgeladenen Videos bewältigen zu können, schauten sie zudem nicht jeweils einen Clip, sondern…