Auch Kinder betroffen
Russland führt medizinische Zwangsuntersuchungen für Ausländer ein

Ein Fußgänger passiert den Kreml und die Basilikus-Kathedrale im Moskauer Winter. Frostig dürfte auch die Stimmung bei ausländischen Arbeitskräften in Russland sein, die sich zukünftig alle drei Monate zum Gesundheitscheck melden müssen.

© Yuri Kadobnov / AFP

Mit einem neuen Gesetz setzt Russland Ausländer unter Druck. Zukünftig müssen sie sich einem aufwendigen medizinischen Check unterziehen. Wer sich weigert, riskiert den Entzug der Arbeitserlaubnis.

Russland führt medizinische Zwangsuntersuchungen für Deutsche und andere Ausländer ein. Die Regelung tritt an diesem Mittwoch in Kraft. Das russische Außenministerium in Moskau teilte auf Anfrage von Korrespondenten mit, sich um „günstige Bedingungen“ für Medienvertreter und deren Familien kümmern zu wollen. Das Gesetz schreibt demnach ab dem kommenden Frühjahr aufwendige medizinische Checks alle drei Monate vor. Die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) korrigierte später ihre Angaben und teilte mit, dass die Checks nur noch jährlich stattfinden sollen. Die Änderung sei allerdings noch nicht rechtlich verankert.

Zu den Untersuchungen zählen neben einer Blutentnahme auch Röntgenuntersuchungen oder CT-Aufnahmen. Ausnahmen gibt es nur wenige: So müssen sich Kinder unter sechs Jahren, belarussische Staatsangehörige oder auch Mitarbeiter von Botschaften und Konsulaten dem Check nicht unterziehen. Die Kosten für die Untersuchung müssen die Personen selbst tragen. Laut AHK liegen sie derzeit bei 4900 Rubel (rund 59 Euro).

Die AHK hat bereits vor Konsequenzen für die russische Wirtschaft gewarnt, sollte die neue Regelung tatsächlich konsequent umgesetzt werden. Wenn Wirtschaftsvertreter betroffen sein sollten, bestehe die Gefahr, „dass sich für Russland wichtige ausländische Manager im großen…