von Daniel Bakir
29.12.2021, 06:45 Uhr

Verhaltenspsychologin Miriam Schneider erklärt, welche Job-Ziele sich als Neujahrsvorsatz eignen, wie man sie umsetzt – und warum die gar nichts mit der Karriereleiter zu tun haben müssen.

Frau Schneider, sollten wir uns überhaupt Vorsätze fürs neue Job-Jahr vornehmen? Oder lieber den Frust ersparen, dass eh wieder nichts draus geworden ist?

Wahrscheinlich ist es jedem von uns schon passiert, dass wir mit Neujahrsvorsätzen ins Jahr gestartet sind und diese dann gar nicht umgesetzt haben. Trotzdem lohnt es sich, sich fürs neue Jahr etwas vorzunehmen, auch im Job. Aus dem einfachen Grund, dass Ziele uns motivieren, als Ansporn dienen, und es auch erfüllend ist, wenn man sie erreicht.

Was ist besser als Neujahrsvorsatz geeignet: ein großes Ziel oder viele kleine schnell umsetzbare Ziele?

Das kommt darauf an, was man erreichen möchte. In der Regel würde ich empfehlen, einen großen Meilenstein zu formulieren mit kleinen umsetzbaren Kieselsteinen, die einen dorthin führen. Wenn wir uns zu viele verschiedene Ziele auf einmal vornehmen, laufen wir in der Tat Gefahr, dass wir uns nicht fokussieren können und uns verzetteln und frustriert aufgeben.

Wie komme ich denn auf einen guten beruflichen Vorsatz fürs neue Jahr? Sich mit drei Sekt intus in der Silvesternacht etwas zu überlegen, ist wahrscheinlich nicht die beste Strategie…

Gute Ziele haben eine gewisse Klarheit, sind herausfordernd und zugleich schaffbar. Das ist nichts, was einem in der Silvesternacht zufliegt. Da sollte man schon mit etwas mehr Ruhe drüber nachdenken. Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was muss ich dafür tun? Das kann man entweder für sich selbst machen oder im Gespräch mit jemand anderem – der Führungskraft, einem Coach oder dem Partner, der Partnerin zu Hause.