von Rune Weichert
29.12.2021, 05:57 Uhr

Seit einem Jahrzehnt regiert Kim Jong Un Nordkorea mit äußerst harter Hand. Exekutionen und Arbeitslager gehören zum Alltag. Doch jetzt sorgen die Corona-Pandemie und eine wirtschaftliche Krise für Probleme. Kann sich Kim noch an der Macht halten?

Vor zehn Jahren nahm ein bis dato Unbekannter die Macht in Nordkorea an sich: Kim Jong Un. Er übernahm die Zügel der Diktatur von seinem verstorbenen Vater Kim Jong Il – der diese ebenfalls von seinem Vater Kim Il Sung übernahm. Nordkorea, ein von einer Dynastie gelenktes Land.

Nach Innen gibt sich Kim Jong Un volksnah und modern. Doch für Beobachter:innen im Ausland ist er ein eiskalter Despot. Repressalien und Kontrolle bestimmen den Alltag der Nordkoreaner:innen, ebenso wie Hunger und Armut. Hinrichtungen und Arbeitslager sind die Mittel des Machtapparates, um der Bevölkerung Angst und Respekt vor dem Regime einzubläuen. Heftige internationale Sanktionen bremsen die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas. Dennoch hält Kim eisern an dem Atomwaffenprogramm fest, das schon sein Vater aufbaute.

Kim Jong Un steht vor kritischer Phase seiner Macht

Kim Jong Un war nicht einmal 30 Jahre alt, als er die Macht übernahm. Das besorgte Nachbarländer. Würde das Land instabil werden? Immerhin war der junge Diktator unbekannt, niemand wusste, was er wollte und ob er erfahren genug war. Diese Sorgen sollten sich schnell auflösen, denn Kim säuberte sein Umfeld und festigte seine Macht. Zahlreiche hochrangige politische und militärische Funktionäre ließ er hinrichten, auch seinen Onkel Jang Song Thaek. Zudem soll er seinen Halbbruder Kim Jong Nam mit einem Giftanschlag in Malaysia aus dem Weg geräumt haben.

Es folgten Raketentests, der Ausbau des Atomprogramms und Gipfel mit dem verfeindeten Nachbarn Südkorea. Sogar mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump…