Journalisten verhaftet
Morgengrauen in Hongkong: Wieso das Ende von „Stand News“ ein weiterer Sargnagel für die freie Presse ist

Patrick Lam, Chefredakteur der Hongkonger „Stand News“, wird von der Polizei in ein Auto gebracht

© Vincent Yu / AP / DPA

von Leonie Scheuble
29.12.2021, 21:03 Uhr

In Hongkong muss die nächste unabhängige Nachrichtenredaktion schließen. Wegen angeblicher „Verschwörungsvorwürfe“ wurden bei einer Razzia mehrere Journalisten festgenommen. Ein schwarzer Tag für die Pressefreiheit in der chinesischen Sonderverwaltungszone.

Mittwoch am frühen Morgen in Hongkong. Mehr als 200 Polizisten stürmen die Redaktion der unabhängigen Nachrichtenseite „Stand News“ und durchsuchen die Wohnungen mehrerer Redakteure. In einem Live-Video ist zu sehen, wie Beamte vor der Tür eines Redakteurs auftauchen und ihm einen Durchsuchungsbefehl wegen „Verschwörung zur Veröffentlichung einer aufrührerischen Publikation“ vorhalten. Sechs aktuelle und ehemalige Mitarbeiter werden in Gewahrsam genommen – darunter Chefredakteur Patrick Lam, dessen Vorgänger Chung Pui-kuen sowie die Anwältin und ehemalige Abgeordnete Margaret Ng. Die Popsängerin Denise Ho, die wie Ng einst im Vorstand von „Stand News“ saß, wurde laut ihrer Facebook-Seite ebenfalls festgenommen.

In einer Erklärung der Polizei heißt es, der Durchsuchungsbefehl ermächtige die Einsatztruppe, „relevantes journalistisches Material zu durchsuchen und zu beschlagnahmen“. Ein Video vom Tatort zeigt, wie die Beamten reihenweise Kisten aus dem Gebäude tragen.

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