Gesundheit
Kopfhörer – beliebtes Geschenk mit Potenzial für Hörschäden

Experten warnen vor Dauergebrauch von Kopfhörern. Foto: Boris Roessler/dpa

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Kopfhörer bergen Risiken, vor allem bei Dauerbeschallung in hoher Lautstärke. Eine Schwerhörigkeitsepidemie droht, warnen Experten.

Kopfhörer zum Aufsetzen oder ins Ohr stecken lagen auch in diesem Jahr unter vielen Weihnachtsbäumen.

So angenehm es für Eltern sein mag, nicht mehr die hundertste Wiederholung des Lieblingshörspiels oder die Musikauswahl des Nachwuchses mithören zu müssen: Bei der Nutzung von Kopfhörern sollte bei Kindern auf Grenzen geachtet werden, um dauerhafte Hörschäden zu vermeiden, wie Experten warnen. Kritisch könne es werden, wenn Kopfhörer sehr lange, sehr laut oder sehr oft genutzt würden, sagte Bernhard Junge-Hülsing vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte (HNO) der Deutschen Presse-Agentur. «Drei Stunden am Stück zum Beispiel sind nicht gut, die Ohren brauchen regelmäßige Lärmpausen.»

Ein Dauergebrauch von Kopfhörern schon in sehr jungem Alter könne eine mangelhafte Hörentwicklung zur Folge haben, erklärte Junge-Hülsing, Landesvorsitzender des HNO-Berufsverbandes in Bayern. Beim normalem Hören im Raum müssen Kinder häufig andere Geräusche ausblenden – die nebenan laufende Spülmaschine oder den stundenlang telefonierenden Bruder zum Beispiel. «Mit Kopfhörern wird diese Ausblendung von Nebengeräuschen nicht erlernt.» Das Fokussieren auf eine Schallquelle sei aber wichtig, etwa in der Schule oder bei Gesprächen in einer größeren Gruppe. Bei Dauergebrauch von Kopfhörern könne dieses Filtern wichtiger Informationen aus einem Umfeld verschiedener Geräusche Kindern schwerer fallen.

Hinzu kommt: «Kinder hören sehr laut, wenn man sie lässt», so Junge-Hülsing. Für das Märchen beim Kleinkind gelte das weniger, wohl…