Vor 140 Jahren bereits hatten Archäologen die Mumie von Pharao Amenophis I. zusammen mit anderen in Deir el Bahari in Südägypten entdeckt. Wegen der unversehrten Gesichtsmaske und Umwicklungen entschied man sich, die Mumie das Pharaos ohne weitere Eingriffe oder Untersuchungen aufzubewahren.

Die Mumie des Pharao auf einem historischen Stich aus dem Jahr 1888

Nachdem in den 1930er Jahren lediglich ein paar Röntgenbilder von Pharao Amenophis gemacht worden waren, haben sich die Radiologin Sahar Saleem von der Universität Kairo und der Archäologe Zahi Hawass dem altägyptischen Pharao nun per Computertomografie genähert. So konnten sie an seinem Körper viele Details entdecken: „Er war 1,69 Meter groß, beschnitten und hatte gute Zähne“, sagt Saleem.

Er habe keine tödliche Krankheit oder Verletzung erlitten – und sein Alter konnten die Forschenden ziemlich genau auf 35 Jahre festlegen. Dass er so gut erhalten ist, verdankt die Wissenschaft einer Gruppe von Amun-Hohepriestern von damals: Sie hatten um 1100 v. Chr. die beschädigte Mumie zusammen mit anderen Königsmumien aus ihren ursprünglichen Gräbern geholt und an einem anderen Ort versteckt, um sie vor Grabräubern zu schützen.

Die Gesichtsmaske des Pharao Amenophis

Liebevoll restauriert – vor 3000 Jahren

Grabräuber suchten gerne nach Schmuckstücken und Amuletten. Dabei gingen sie nicht zimperlich vor und hinterließen oftmals stark lädierte Mumien. Das könnte die postmortalen Verletzungen erklären, die Saleem und Hawass an Amenophis‘ Leiche gefunden haben. Ihm waren bei seiner Einbalsamierung bis auf Herz und Gehirn sämtliche Organe entnommen und durch Amulette ersetzt worden. Grabräuber hatten den Schmuck entnommen. Die Amun-Priester haben die Mumie neu einbalsamiert und mit Schmuckstücken gefüllt.

Im Sarkophag geschrumpft

„Wir können zeigen, dass die Hohepriester die Verletzungen, die die Grabräuber ihm zugefügt hatten, liebevoll restaurierten und seiner Mumie zu altem Glanz…