Deutschland will im nächsten Jahr wieder zahlreiche Corona-Impfdosen an ärmere Staaten abgeben. Das für dieses Jahr gesetzte Ziel von 100 Millionen Dosen sei erreicht worden, teilte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze mit. „Aber dabei dürfen wie nicht stehen bleiben. Für das kommende Jahr planen wir eine weitere Spende von mindestens 75 Millionen Dosen.“

Priorität für ihr Ministerium habe die Beendigung der „brutalen“ Pandemie, sagte Schulze dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Der Schlüssel dazu sei es, den Menschen weltweit den Zugang zu Impfstoffen zu ermöglichen. „Die unmittelbaren Folgen von COVID-19 sind massiv, aber auch Infektionen wie Malaria und Tuberkulose oder Hunger und Armut nehmen extrem zu“, ergänzte sie.

„Auch in entlegenen Dörfern“

Wichtig sei, der globalen Impfinitiative COVAX nicht nur Impfdosen zur Verfügung zu stellen, sondern auch bei der Logistik zu helfen. „Die Impfdosen müssen in die Oberarme kommen, und zwar nicht nur in den Hauptstädten, sondern auch in entlegenen Dörfern.“ Dabei gehe es um den Aufbau von Lieferketten, um Transportboxen, Kühlschränke, Spritzen, Desinfektionsmittel oder Handschuhe, aber auch um Informations- und Aufklärungskampagnen, erläuterte die sozialdemokratische Ministerin.

Zudem helfe Deutschland bei der Ausbildung von Fachkräften für die geplante BioNTech-Impfstoffproduktion in Ruanda. „Derartige Kooperationen sind auch nötig, um auf kommende Pandemien vorbereitet zu sein.“

Svenja Schulze: „Es ist dramatisch, was wir gerade erleben“

Forderungen nach einer Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe wies Schulze zurück. „Ich wäre offen dafür, wenn es uns jetzt helfen würde. Aber der Herstellungsprozess moderner Impfstoffe ist technisch so anspruchsvoll und komplex, dass die Aussetzung gar nichts brächte.“ Außerdem hätten sich die Rahmenbedingungen verändert: „2022 wird es weltweit viel größere Produktionskapazitäten geben als 2021.“

Die Impfkampagne in Deutschland werde durch die…