Corona-Datenlage
Lauterbach: Inzidenz zwei- bis dreimal höher als angegeben – Bund drängt auf aussagekräftigere Daten

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt: Die aktuellen Corona-Zahlen sind nicht verlässlich.

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Die Inzidenz geht zurück. Ein Grund zur Freude? Mitnichten. Das Robert-Koch-Institut verweist darauf, dass die Zahlen wegen der Feiertage nicht aussagekräftig sind. Der Bund will, dass sich das zügig ändert.

Öffnet man das Corona-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI), poppt eine Warnung auf: „Während der Feiertage und zum Jahreswechsel ist bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass mit einer geringeren Test- und Meldeaktivität zu rechnen ist“, heißt es dort. Die ausgewiesenen Daten im Dashboard und dem Lagebericht bildeten die epidemiologische Lage nur unzureichend ab. Vergangene Woche hatte das RKI bereits darauf hingewiesen, dass die Daten erst ab der zweiten Januarwoche wieder belastbar sein würden. Einen Stichtag konnte das Institut wegen der unterschiedlichen Ferienzeiten in den einzelnen Bundesländern jedoch nicht nennen.

Entspannt sich die Corona-Lage?

Aktuell liegt die Sieben-Tages-Inzidenz bei 205,5. Vor einer Woche vermeldete das RKI 289 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Es sieht so aus, als würde sich die Lage entspannen. Angesichts der Einschränkungen schätzt jedoch auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen deutlich kritischer ein, als es die Meldezahlen zeigen. Es sei davon auszugehen, dass die tatsächliche Inzidenz in Deutschland derzeit zwei- bis dreimal so hoch sei wie ausgewiesen, sagte er in Berlin.

Derzeit werde daran gearbeitet, eine bessere Datenlage zu bekommen, erläuterte Lauterbach. Die Bundesregierung strebt zügig wieder aussagekräftigere Daten zur Corona-Lage an. Mit dem…