„Ich gebe es Ihnen schriftlich, dass ich um die Meisterschaft fahren würde, wenn man mich lässt!“ Sophia Flörsch sagt das so selbstbewusst und zielsicher, dass man keinen Zweifel daran hegt. Die Rennfahrerin hat vor drei Jahren einen Horrorcrash beim Grand Prix der Formel 3 im chinesischen Macau überlebt und – sie ist wieder in ein Cockpit gestiegen. Sie will fahren. Um jeden Preis. Auch um den der Formel 1. Wenn man sie nur lässt.

Obwohl im Cockpit jeder Rennprofi egal welchen Geschlechts sitzen darf, ist der Motorsport männerdominiert. In dieser Machowelt gibt es zwar zunehmend Ingenieurinnen, Testfahrerinnen und Moderatorinnen, aber auf der Rennstrecke ist das Verhältnis klar: Frauen spielen kaum eine bis gar keine Rolle. Nur 1,5 Prozent aller weltweit lizenzierten Motorsportler sind weiblich. Und das ist systemisch, war über Jahrzehnte offensichtlich so gewollt. So wie die leicht bekleideten Grid Girls, die – längst überfällig – erst seit 2018 nicht mehr die Startaufstellung präsentieren. Eine Reaktion auf die MeToo-Debatte. Und doch stieß das Verbot auf heftige Kritik in der Motorsportwelt, weil einer lang gehegten, patriarchalischen Tradition ein Ende gesetzt wurde.

Generation „weiße Haare“ will keine Pilotin

Frauen als schönes Schmückwerk, aber auf der Rennstrecke haben sie nichts zu suchen? „Es ist vermehrt die ältere Generation, die es nicht befürwortet, dass eine Frau in der Formel 1 Erfolg hat“, sagt Sophia Flörsch der DW. „Es ist die Generation, die jetzt schon weiße Haare auf dem Kopf hat. Die kommen aus einer anderen Zeit. Da gibt es dieses Bild von einem harten, durchgeschwitzten, durchgekämpften Rennfahrer, der ein Mann sein muss. Das kann sich in deren Augen nicht ändern.“

Trotz ihres Horrorcrashs in Macau 2018 träumt Sophia Flörsch noch immer von der Formel 1

Flörsch hat gerade ihre Debütsaison bei den Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) mit ihrem Team „Abt Sportsline“ beendet. Zuvor ist sie in der europäischen und in der…