29. Oktober 2018: Die Boeing 737 MAX mit dem Kürzel PK-LQP der indonesischen Fluggesellschaft Lion Air verschwindet von den Radarschirmen. Alle 189 Menschen an Bord kommen ums Leben, als die brandneue Maschine gut 13 Minuten nach dem Start ungebremst ins Meer rast. Die Piloten von Flug JT610 hatten offenbar keine Chance, den Absturz zu verhindern. Nun hat Indonesien nach drei Jahren das Flugverbot für Maschinen dieses Typs aufgehoben.

Das Verkehrsministerium in Jakarta teilte mit, nach einer Bewertung der von Boeing vorgenommenen Änderungen an dem Flugzeug habe man sich wie andere Länder zur Freigabe entschlossen. Allerdings müssen Piloten indonesischer Fluggesellschaft ein zusätzliches Training in Simulatoren absolvieren, bevor sie Maschinen dieses Typs wieder fliegen dürfen, so Novie Riyanto, Chef der Aufsichtsbehörde für Zivilluftfahrt.

Ermittler mit Trümmern der Lion-Air-737-MAX (2018): Die Piloten hatten keine Chance

Die nationale Fluggesellschaft Garuda Indonesia will das Modell jedoch nicht wieder in Betrieb nehmen, sagte Garuda-Chef Irfan Setiaputra der Nachrichtenagentur Reuters. Die Airline, die vor dem Verbot eine 737 MAX betrieben hatte, will ihre Flotte im Rahmen einer Umstrukturierung von insgesamt 142 auf 66 Flugzeuge reduzieren. Die private Fluggesellschaft Lion Air, die vor dem Unglück zehn 737 MAX im Einsatz hatte, äußerte sich bislang nicht zu ihren Plänen.

Globales Flugverbot nach zwei Abstürzen

Die 737 MAX war von den Luftfahrtbehörden weltweit nach zwei Abstürzen innerhalb von fünf Monaten mit einem Flugverbot belegt worden – der Lion-Air-Unfall im Oktober 2018 war das erste Unglück, ein Absturz einer Ethiopian-Airlines-Maschine im März 2019 das zweite. Insgesamt waren dabei 346 Menschen ums Leben gekommen.

Die Untersuchungen wiesen auf Mängel im computergesteuerten Flugkontrollsystem hin. In bestimmten Situationen sorgte der Bordcomputer dafür, dass sich die Nase des Flugzeugs automatisch absenkte. Die gilt als Hauptursache für…