Fachkräftemangel
Keine Leute auf dem Arbeitsmarkt verlieren, neue Leute holen

«Möglichst alle potenziellen Arbeitskräfte im Inland gewinnen und erst recht niemanden verlieren»: BA-Chef Detlef Scheele. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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In Deutschland könnten bald Millionen von Arbeitskräften fehlen. Die Bundesagentur für Arbeit will vor allem mit Weiterbildung gegensteuern – aber durchaus auch mit Zuwanderung.

Im Kampf gegen den eklatanten Fachkräftemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt müssen nach Expertenansicht so viele Menschen wie möglich im Arbeitsleben gehalten werden – auch weniger Qualifizierte.

«Wichtig ist, dass wir möglichst alle potenziellen Arbeitskräfte im Inland gewinnen und erst recht niemanden verlieren», sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, der Deutschen Presse-Agentur. In der Zukunft entstünden genauso viele neue Arbeitsplätze wie durch Automatisierung und Transformationsprozesse wegfielen – allerdings mit anderem Anforderungsprofil.

Diejenigen Menschen, denen durch den Wegfall geringer qualifizierter Jobs Arbeitslosigkeit drohe, dürften keinesfalls aus dem Erwerbsleben ausscheiden, sagte Scheele. «Sie muss man weiterbilden», betonte er. Die Bundesagentur habe allein für die Weiterbildung von Beschäftigten für das Jahr 2022 rund 900 Millionen Euro in der Kasse. «Die sollten verwendet werden, weil das Geld dazu dient, den Strukturwandel, die Transformation zu bewältigen und Menschen in Arbeit zu halten», sagte Scheele.

Es seien vor allem auch die Arbeitgeber gefordert, weil diese definieren müssten, wohin die Qualifizierung gehen müsse. Die Bundesagentur sehe es als eine ihre wesentlichen Aufgaben für die kommenden zehn Jahre an, die Rolle des Moderators zu übernehmen. «Wie kommt man von Firma A zu Firma B?», beschrieb Scheele das Kernproblem. Es gebe dazu…