Fragen & Antworten

Verfassungsgerichts-Urteil
Der Bundestag muss sich mit Triage befassen. Das müssen Sie dazu wissen

Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass der Bundestag Vorkehrungen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Fall einer Triage treffen  muss.

© Jens Büttner / DPA

Die Corona-Pandemie bringt das Gesundheitswesen und seine Mitarbeiter immer wieder an ihre Grenzen. Im schlimmsten Fall droht eine Triage. Was zu tun ist, wenn diese Grenzen überschritten werden, das muss nun die Politik klären.

Es sind Entscheidungen, die sich niemand wünscht: Wie umgehen mit Patienten, wenn die Möglichkeiten zu einer umfassenden Behandlung nicht mehr für alle ausreichen? Der Bundestag muss „unverzüglich“ Vorkehrungen treffen zum Schutz von Menschen mit Behinderungen im Fall einer solchen Triage. Das hat das Bundesverfassungsgericht in seinem am Dienstag veröffentlichten Beschluss entschieden.

Was ist Triage?

Das Wort Triage stammt vom französischen Verb „trier“, das „sortieren“ oder „aussuchen“ bedeutet. Es beschreibt eine Situation, in der Ärzte entscheiden müssen, in welcher Reihenfolge sie Menschen helfen – was bedeutet, dass für manche Hilfe zu spät kommen kann.

Gibt es heute schon Triage?

Mit dem Konzept der Triage arbeiten Ärzte und ihre Helfer bei großen Unglücken mit einer hohen Anzahl von Verletzten. Dabei überbrücken sie eine meist kurzfristige Notlage.

In der Pandemie meint Triage eher, dass ausgewählt wird, wer Zugang zu intensivmedizinischer Behandlung bekommt oder dass ein Patient mit schlechter Prognose sein Bett räumen muss für einen Erkrankten, dem bessere Chancen eingeräumt werden. Schon das Verschieben von Operationen sei aus seiner Sicht eine stille Triage, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen…