Schon im Januar soll in Deutschland eine neues Corona-Medikament in Tablettenform zur Verfügung stehen. Die Bundesregierung hat beim amerikanischen Hersteller Pfizer eine Million Packungen Paxlovid bestellt, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach in Berlin mitteilte. Das Medikament sei „extrem vielversprechend, weil es in der frühen Gabe den schweren Verlauf von COVID deutlich abschwächen kann“. Lauterbach rechnet damit, dass mit der Verabreichung der Tabletten künftig die Intensivstationen deutlich entlastet werden können.

Einnahme über fünf Tage

Patienten nehmen nach Angaben des Herstellers über fünf Tage zwei Mal täglich jeweils drei Tabletten ein. Alle Tabletten sind in einer Packung, die einem Behandlungszyklus entspricht. Paxlovid enthält unter anderem den Wirkstoff Nirmatrelvir, der ein SARS-CoV-2-Protein hemmt. Damit soll die Vermehrung des Coronavirus gestoppt werden.

Der SPD-Minister kündigte eine Notfallzulassung an, damit Paxlovid sofort nach seiner Lieferung in Deutschland eingesetzt werden könne. Er habe zusammen mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte bereits das entsprechende Verfahren eingeleitet.

EMA prüft noch die Zulassung

In der Europäischen Union ist das Medikament offiziell noch nicht zugelassen. Die Prüfung läuft derzeit. Allerdings hatte sich die EU-Arzneimittelbehörde EMA vor kurzem dazu geäußert und mitgeteilt, mit Paxlovid könnten erwachsene Patienten behandelt werden, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigten und die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hätten.

In den USA hatte die Arzneimittelbehörde FDA kurz vor Weihnachten eine Notfallzulassung für das Medikament erteilt. Nach Angaben von Pfizer verhindern die Tabletten „sehr erfolgreich“ schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten.

se/fab (dpa, rtr)