Nach über 50 Jahren und drei Generationen geben die Webers ihre Schweinezucht auf. Sie würden gerne weitermachen, aber sie können sie nicht mehr bezahlen. Es geht ihnen wie zig anderen Bauern auch.

Bald haben die beiden kein Schwein mehr. Auf dem Hof von Marco und Udo Weber in Lissendorf in Rheinland-Pfalz ist von Woche zu Woche mehr Platz im Stall.

Vor einigen Monaten noch standen hier 250 Zuchtsauen und 700 Mastschweine, pro Jahr wurden 250 Ferkel gemästet. Aber die beiden Männer, Schweinebauern in dritter Generation, geben auf. 20 Sauen stehen noch trächtig im Stall, weil Udo Weber sie doch noch einmal hat besamen lassen: «Die werden im Dezember abferkeln, dann ist Feierabend.»

Seniorchef Karl Weber (80) freut sich, dass wegen der Ferkel mit dem Schweinebetrieb erst März 2022 Schluss ist, drei Monate später als ursprünglich geplant. Er hat Tränen in den Augen. «Das haben wir noch vor uns, wenn die letzten Schweine rausgehen. Das ist doch mein Leben, seit 1959.» Damals kaufte sein Vater Matthias fünf trächtige Sauen. So hatte es mit dem Schweinehof angefangen.

60 Euro Verlust pro Mastschwein

Und so endet es nun: «Ich verliere 4000 Euro pro Woche», rechnet Marco Weber (46) vor. Er ist nicht nur Schweinebauer, sondern seit 2016 Abgeordneter und parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz. «Vor ein paar Tagen haben wir für ein ausgewachsenes Mastschwein 114 Euro bekommen. Das ist ein Verlust von 60 Euro pro Tier. Und ein Ferkel, für das wir früher 70 Euro bekamen, bringt jetzt 22 Euro.»

Die Schweinebauern aus Lissendorf sind mit ihren Problemen nicht alleine. Im vergangenen Jahrzehnt sank die Zahl der Schweine nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Deutschland um knapp 8 Prozent, die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung um 37,5 Prozent auf…