Analyse

Lauterbach und Wieler
Amtsmilder Mahner vs. ruheloser Warner: Über einen Dissens, der keiner sein soll

Karl Lauterbach (r., SPD), Bundesminister für Gesundheit, neben Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage

© Kay Nietfeld / DPA

von Florian Schillat
23.12.2021, 14:23 Uhr

Kein Dissens, nur ein gemeinsames Ziel: Gesundheitsminister  Lauterbach und RKI-Präsident Wieler wollen von einem Zerwürfnis im Kampf gegen das Coronavirus nichts wissen. Differenzen werden dennoch deutlich.

Es mag vielleicht 99 Sorgen geben, die sich Deutschland im Angesicht der Coronakrise machen kann – aber dass es zwischen seinen beiden obersten Seuchenbekämpfern knirschen könnte, ist keine davon. Betont abgeklärt versuchten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), am Mittwoch etwaige Deutungen der letzten 24 Stunden zu zerstreuen: von einem Dissens, gar einem Konkurrenzkampf zwischen Politik und Wissenschaft, ob nun mehr oder weniger Härte im Kampf gegen die Pandemie geboten ist. 

„Hier kam erstmal die Frage, ob ich zu Herrn Wieler noch stehe“, sagte also Lauterbach. „Das lässt sich leicht beantworten: Sonst säße er hier nicht.“ Wieler gluckste ins Mikrofon: „Sie sitzen aber auch momentan.“ Lauterbach gluckste zurück: „Genau.“ Da sitzen zwei im selben Boot, Botschaft angekommen.

Tatsächlich saß Wieler wieder in der Bundespressekonferenz neben dem Bundesgesundheitsminister, der mittlerweile Lauterbach heißt und einen Tag zuvor wohl eher nicht zum Blödeln aufgelegt war.

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