Nach einem Erdrutsch in einer Jade-Mine im Norden Myanmars werden viele Tote befürchtet. „Etwa 70 bis 100 Menschen werden nach einem Erdrutsch vermisst, der sich gegen vier Uhr morgens in der Hpakant-Mine im Bundesstaat Kachin ereignete“, sagte ein Vertreter der Rettungskräfte. Demnach wurden 25 Verletzte ins Krankenhaus gebracht und bislang ein Toter gefunden. 

Die Minenarbeiter hatten Steine in der jadereichen Gegend von Hpakant gesammelt, als sie von einer Schlammlawine begraben wurden. Bergbauabfälle seien zuvor in einen nahe gelegenen See gestürzt und hätten den Erdrutsch ausgelöst, sagte eine Helferin bei den Rettungsarbeiten. Die Bergleute seien daraufhin in den See mitgerissen worden.

Schufterei unter lebensgefährlichen Bedingungen

Myanmar ist einer der weltgrößten Lieferanten der grünen Schmucksteine, die besonders in China beliebt sind. Aus der Region des Unglücksorts im Norden des Landes kommen die meisten davon. Die Branche ist kaum reguliert. Tödliche Unfälle kommen immer wieder vor, denn die Arbeiter schuften unter teils lebensgefährlichen Bedingungen. 2015 starben bei einem ähnlichen Unglück 116 Menschen, im vergangenen Jahr kamen infolge einer Schlammlawine mehr als 170 Bergarbeiter ums Leben.

cwo/sti (dpa, afp)