Eingebettet in die imposante Bergwelt der Bayerischen Alpen, unweit vom Königssee, liegt der Obersalzberg in rund 1000 Meter Höhe oberhalb von Berchtesgaden. Der Blick ist spektakulär – das fand auch Adolf Hitler, der den Ort als Feriendomizil auswählte. Und das schon lange, bevor er deutscher Reichskanzler wurde. Hitler war zunächst ein ganz normaler Urlauber, ein „umgänglicher Mensch“, wie sich sein erster Vermieter an den Mann, der den Zweiten Weltkrieg beginnen und den Holocaust verantworten sollte, in einem Interview erinnert. 1925 mietete er eine Blockhütte im Wald, wo der zweite Teil seiner Hetzschrift „Mein Kampf“ entstand, später dann ein Landhaus namens „Wachenfeld“.

Nachdem Hitler 1933 in Deutschland die Macht übernahm, kaufte er das bescheidene Anwesen und ließ es zum luxuriösen „Berghof“ umbauen: Der verfügte über alle Annehmlichkeiten inklusive Panoramafenster, Kellerbar und Kegelbahn. Um das über 100 Hektar große „Führersperrgebiet“ nach seinen Wünschen zu gestalten und seiner NS-Entourage Platz zu bieten – auch Reichsmarschall Hermann Göring und Architekt Albert Speer beanspruchten eigene Ferienhäuser -, wurden Einheimische enteignet oder zum Spottpreis ausbezahlt.

Schaltzentrale der Macht

Die Sommerresidenz wurde neben Berlin zum zweiten Regierungssitz des „Führers“: mit SS-Kaserne, Verwaltungsgebäuden, Werkstätten und unterirdischen Bunkern. Am Obersalzberg gaben sich bald Politiker, Staatschefs und Militärs aus der ganzen Welt die Klinke in die Hand, hier verhandelte Hitler mit dem britischen Premierminister Neville Chamberlain und speiste mit dem italienischen „Duce“ Benito Mussolini.

Der Obersalzberg wurde zur Pilgerstätte: Die Menschen kamen in Scharen, um dem „Führer“ zuzujubeln

Gleichzeitig bot die alpine Postkartenidylle Hitler die perfekte Kulisse, um sich als natur- und volksnaher „Führer“ in Szene zu setzen: Die Fotos, wie er versonnen in die Ferne schaut, blonde Kinderköpfe tätschelt, Hände schüttelt, mit seiner…