Weiter Testbetrieb
Pflicht zum E-Rezept kommt nicht im Januar

Das elektronische Rezept soll den Zettelkram ablösen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

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Hunderte Millionen Rezepte auf Papier – die Umstellung auf Digitalverschreibungen läuft längst in der Testphase. Doch aus der geplanten Pflicht ab Januar wird erstmal nichts.

Die verpflichtende Einführung von E-Rezepten in Arztpraxen, Apotheken und Kliniken wird verschoben.

Es sei deutlich geworden, das «die erforderlichen technischen Systeme noch nicht flächendeckend zur Verfügung stehen», heißt es in einem Schreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das der dpa vorliegt und auf den 20. Dezember datiert ist. Zuvor hatte «Apotheke Adhoc» berichtet. Die Verfügbarkeit sei Voraussetzung für die verpflichtende Einführung, so ein Ministeriumsvertreter. Nun soll «der kontrollierte Test- und Pilotbetrieb in den kommenden Wochen schrittweise fortgesetzt und ausgeweitet werden». Ein neuer Termin, ab dem die Pflicht greift, steht noch nicht fest.

Das Schreiben ist an die Gesellschafter der für das E-Rezept zuständigen Firma Gematik gerichtet. Zu den Gesellschaftern gehören etwa die Bundesärztekammer und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen sowie das Bundesgesundheitsministerium, das die Mehrheit an der Gematik hält. In der Ärzteschaft hatte es starke Bedenken gegeben – der ursprüngliche Zeitplan wurde für unrealistisch gehalten. Diesen Bedenken wird nun Rechnung getragen.

Mammutprojekt im Gesundheitswesen

Die Digitalverschreibung ist ein Mammutprojekt im Gesundheitswesen, das schon seit längerem Anlaufschwierigkeiten hat. Ein Pilotprojekt im Sommer in Berlin und Brandenburg brachte kaum Erkenntnisse. Die für Oktober vorgesehen bundesweite Testphase wurde auf Dezember verschoben, weil es an notwendigen IT-Updates mangelte. An dem…