„Ich spiele nicht für Politiker, ich spiele für Menschen.“ Das sagte der französische DJ David Guetta, der am vergangenen Wochenende beim Soundstorm-Festival in Saudi-Arabien aufgetreten ist, gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press. „Wenn ich nur in Ländern spielen müsste, in denen ich mit den Machthabern gänzlich einverstanden bin, dann würde ich wohl zu Hause bleiben.“ 

Im Vorfeld des Festivals hatte es Aufrufe gegeben, das Festival aufgrund der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien zu boykottieren. Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watchveröffentlichte auf ihrer Seite einen Appell an die Künstlerinnen und Künstler, nur an dem Musikfestival teilzunehmen, wenn sie auf der Bühne ihre Stimme für die Einhaltung der Menschenrechte erheben.

Neben David Guetta legten auch andere internationale Größe der DJ-Szene wie Afrojack, Paul Kalkbrenner und Jeff Mills bei dem Festival auf. Letzterer verteidigte seine Entscheidung Ende November öffentlich auf Facebook, in Saudi-Arabien aufzutreten. In dem inzwischen nicht mehr auffindbaren Post schrieb er, dass er sich sicher sei, dass „kein einziger der für die Veranstaltung gebuchten DJs mit der saudi-arabischen Regierung einverstanden ist“. Jedoch dürfe man die Zuschauer nicht wegen ihrer Regierung verurteilen. Ein Boykott des Festivals würde nur dazu führen, dass man die jungen Menschen noch mehr isoliere, so Mills. 

Trotz Corona: Hunderttausende Besucher 

Nach Angaben der Behörden haben mehr als 700.000 Menschen das viertätige Festival besucht. Damit sei es „eines der größten Musikfestivals weltweit“, so der Chef der saudiarabischen Unterhaltungsbehörde, Turki al-Scheich. 

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