Gastbeitrag

Nach Vorfall in Duisburg
„Tun wir genug?“ Gerald Asamoah mahnt zum Kampf gegen Rassismus

Der ehemalige Star der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Gerald Asamoah, setzt sich gegen Rassismus ein

© Revierfoto/ / Picture Alliance

Gerald Asamoah war deutscher Fußballnationalspieler, ist ein Schalker Urgestein und setzt sich gegen Rassismus ein. Für den stern schreibt er über den Vorfall in Duisburg, seine Erfahrungen und worüber wir alle gemeinsam nachdenken sollten.

Gerald Asamoah

Es ist für mich nicht leicht, diesen Text zu beginnen – denn es geht um Rassismus. Mal wieder.

Glauben Sie mir, es macht mir keinen Spaß. Wirklich nicht. Aber trotzdem werde ich nicht aufhören, darüber zu sprechen. Aktueller Anlass: Aaron Opoku vom VfL Osnabrück wurde bei einem Drittligaspiel in Duisburg rassistisch beleidigt, er wurde als „Affe“ beschimpft, es soll wohl auch Affenlaute von der Tribüne gegeben haben. So viel vorweg: Sehr, sehr viele haben an diesem Wochenende wirklich vorbildlich reagiert – die Fans, die Mannschaften, die Clubs, die Schiedsrichter. Der Täter wurde identifiziert und angezeigt. Das Spiel, ein Pflichtspiel, wurde abgebrochen. Ein historischer Moment im deutschen Profi-Fußball. Und ein äußerst wichtiger, weil ich das Gefühl habe: Hier wurde das Problem endlich ernstgenommen.

Gerald Asamoah hat Rassismus auf dem Platz erlebt: „verstörende Erinnerungen“

Mich lässt es aber nicht los, diese Szenen haben mich tief getroffen, vor allem das Thema Affenlaute. Ich habe es selbst erlebt, zum Beispiel Ende der 1990er, als ich als junger Spieler von Hannover in Cottbus mit Bananen beworfen wurde; als auch ich diese Affenlaute gehört habe. Oder 2006, als Spieler von Schalke 04 in Rostock, obwohl ich kurz zuvor noch als Deutscher Nationalspieler das weltoffene „Sommermärchen“ bei der Weltmeisterschaft in Deutschland…