Podcast

„heute wichtig“
Die Ungeimpften sind schuld? So einfach ist es nicht!

Einen Lockdown über Weihnachten schloss Gesundheitsminister Lauterbach zwar aus – doch der neue Expertenrat der Bundesregierung empfiehlt rasch strengere Kontaktbeschränkungen (Symolbild)

© NurPhoto / Ying Tang / Picture Alliance

Während eine Minderheit gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße geht, wird eine geimpfte Mehrheit zunehmend müder und ungeduldiger. Doch mit dem Finger aufeinander zeigen bringt gar nichts, so der Medizinhistoriker Karl-Heinz Leven im Podcast „heute wichtig“.  

Stille Nacht, Heilige Nacht? So kurz vor Weihnachten scheinen die gesellschaftlichen Gräben zwischen Geimpften und Ungeimpften so groß wie nie. Eine kleine Minderheit protestiert auf den Straßen gegen die Corona-Maßnahmen, gleichzeitig setzt sich Omikron in Ländern wie Großbritannien bereits als dominierende Variante durch. Viele Länder reagieren darauf mit strengeren Corona-Maßnahmen, die Niederlande gehen kurz vor Weihnachten sogar in einen vierwöchigen Lockdown. Einen Lockdown über Weihnachten schloss Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in der ARD zwar aus, doch auch in Deutschland empfiehlt der neue Expertenrat der Bundesregierung rasch strengere Kontaktbeschränkungen.  

„Epidemien sind der Normalzustand in der Weltgeschichte“ 

Obwohl bereits seit einem Jahr gegen das Coronavirus geimpft wird, dürfte so manche Familie deshalb wieder unsicher sein, ob und mit wie vielen Menschen man sich an Weihnachten treffen wird. Denn bei einer Impfquote von etwa 70 Prozent sind in vielen Familien einzelne Verwandte oder Freund:innen, die nach wie vor nicht geimpft sind. Die Vorwürfe scheinen vorprogrammiert – der Effekt daraus nur marginal: „So wird man nie jemanden überzeugen, der impfskeptisch ist, wenn man ihn noch beschuldigt, an der Epidemie schuld zu…