„Ich hoffe einfach, dass viele Sportarten wie Leichtathletik oder der Radsport bald ein bisschen aufholen – was das Finanzielle angeht, weil die es genauso sehr verdienen wie wir“, sagte der Tennis-Olympiasieger und Gewinner des ATP-Finalturniers, Alexander Zverev, nach seiner Wahl zu Deutschlands „Sportler des Jahres“ und forderte auch eine größere Wertschätzung der Leistungen in anderen Sportarten. Sein Triumph in Tokio und die Zeit bei den Olympischen Spielen im Dorf hätten ihm „ein bisschen die Augen geöffnet“, sagte Zverev: „Die Arbeit, die alle diese Sportler hineinstecken, um auf hohem Niveau mitzumachen, ist mindestens genauso viel, wie wir arbeiten.“ 

Bei der Online-Abstimmung von 980 Sportjournalistinnen und Sportjournalisten hatte sich der Tennisstar vor Schwimmer Florian Wellbrock durchgesetzt, dem Olympiasieger über zehn Kilometer im Freiwasser und Bronzegewinner über 1500 Meter Freistil im Becken. Den dritten Platz belegte Skisprung-Weltmeister Karl Geiger. 

Auf den Spuren Steffi Grafs

Bei den Frauen hieß die „Sportlerin des Jahres“ zum dritten Mal in Serie Malaika Mihambo. Die Weitsprung-Olympiasiegerin gewann die Abstimmung vor Aline Rotter-Focken, die in ihrem letzten Kampf  in Tokio olympisches Gold gewonnen hatte, Dritte wurde Kanu-Olympiasiegerin Ricarda Funk. „Das ist der Wahnsinn“, freute sich Mihambo bei der Veranstaltung vor 250 Zuschauern im Kurhaus Baden-Baden. Eine solche Erfolgsserie bei der Wahl zur „Sportlerin des Jahres“ schaffte zuletzt Tennis-Ikone Steffi Graf, die in den 1980er Jahren viermal nacheinander die Ehrung erhielt.

Titel-Triple 

„Mannschaft des Jahres“ wurde der Bahnrad-Vierer der Frauen. Lisa Brennauer, Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger hatten in Tokio eine fast unglaubliche Weltrekord-Show mit drei Bestmarken in drei Rennen abgeliefert und waren zu Gold in der Mannschaftsverfolgung gerauscht. Anschließend holte sich das Team auch noch EM- und WM-Gold und machte damit das Titel-Triple perfekt. Auf den…