von Christine Leitner
19.12.2021, 10:56 Uhr

Johnson & Johnson gehört zu den größten Pharmakonzernen der Welt. Sein Corona-Impfstoff sollte ein Hoffnungsträger in der Pandemie werden. Doch der hält nicht, was er verspricht. Und nebenbei muss sich das Unternehmen einer dubiosen Klagewelle stellen.

Es war Ende Februar als die US-Behörden dem Corona-Impfstoff Janssen des US-amerikanischen Pharmaunternehmens Johnson & Johnson (J&J) eine Notfallzulassung erteilten. Janssen war damit das dritte Musketier im Kampf gegen das Virus. Zuvor waren die Wirkstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer zugelassen worden.

J&J-CEO Alex Gorsky feierte die Entscheidung der FDA und CDC als „goldenen Moment“. Im Gespräch mit Journalisten von CBS News zeigte sich Gorsky optimistisch, dass sein Impfstoff gegen das Coronavirus sehr gefragt sein werde. Die durchgeführten Studien hätten gezeigt, dass das Vakzin zuverlässig vor den damals kursierenden Virusmutationen unter anderem aus Brasilien und Südafrika schütze. Zugleich, und das sei besonders wichtig, hätte keiner der Probanden unter einem schweren Verlauf gelitten, ins Krankenhaus gemusst oder sei an dem Virus verstorben. Damit unterschied sich das Vakzin nicht sonderlich von seinen Konkurrenten.

Doch ein Detail machte den Impfstoff zu etwas Besonderem. Die Menschen müssten lediglich einen Pieks über sich ergehen lassen, „danach sind sie durch“, berichtete Gorsky euphorisch. Er zeigte sich optimistisch, dass sich viele Menschen aus Bequemlichkeit mit seinem Stoff impfen lassen würden. Auch in Europa und in Deutschland wurde das Vakzin verabreicht.

Das Corona-Geschäft verhalf dem Konzern zu neuer Größe. J&J ist ein börsennotiertes Pharma- und Konsumgüterunternehmen. Die Pharmasparte machte die Firma 2020 zum umsatzstärksten Arzneimittelhersteller der Welt. Im Oktober erhöhte das Unternehmen seine Umsatzerwartungen auf 94,1 bis…