Zusammen mit anderen Eltern wartete Tania Mendoza am Nachmittag des 15. Dezembers in Cuernavaca, einer Großstadt unweit von Mexiko-Stadt, vor dem Sportverein Los Felinos. Dann fuhren zwei bewaffnete Männer auf einem Motorrad vorbei – einer von ihnen schoss mehrmals auf die 42-Jährige, die ihren Sohn hatte vom Fußballtraining abholen wollen. Die Schüsse verletzten Mendoza tödlich.

Mendoza ist in Mexiko vor allem für ihre Rolle in dem Film „La mera Reyna del Sur“ von 2005 bekannt. Zuvor hatte sie auch in mehreren Telenovelas mitgespielt. In den vergangenen Jahren nahm sie dann mehrere Musikalben auf. Ihre Karriere war zuletzt eher abgeflaut, wie Medien berichten.

Viele Fragen offen

Der Mord an der Schauspielerin und Sängerin wird laut der Staatsanwaltschaft als möglicher Femizid untersucht. Der Begriff beschreibt tödliche Gewalt von Männern gegen Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Wer hinter der Tat stecken könnte, ist noch unklar.

Fest steht jedoch, dass es nicht der erste Angriff auf Mendoza war. 2010 wurde sie mit ihrem Partner und ihrem damals sechs Monate alten Baby entführt und erstattete Anzeige wegen schweren Autodiebstahls, Einbruchs und Freiheitsberaubung. Darüber hinaus soll sie bereits mehrmals Todesdrohungen erhalten haben.

Wohnung, in der Kartellboss Beltrán Leyva 2009 getötet wurde – seine Verbindung zu Mendoza ist noch unklar

Fragen werfen auch ihre Verbindungen zu dem verstorbenen Drogenhändler Arturo Beltrán Leyva auf, der 2009 von Soldaten getötet wurde. So veröffentlichte Mendoza auf Instagram einige Fotos vom Anführer des Beltrán-Leyva-Kartells, die auf ihre Liebe zu ihm hinweisen. „Elf Jahre seit seinem Weggang. Wir lieben dich sehr. Für immer mein“, schrieb sie etwa am 16. Dezember 2020 unter ein Bild des Kriminellen. 

Fall wirft erneut Schlaglicht auf hohe Femizidrate

Mexiko hat seit langem mit hohen Kriminalitäts- und Mordraten zu kämpfen. Jeden Tag werden nach offiziellen Zahlen zehn Frauen in dem zentralamerikanischen Land…