Weitere Kunstwerke aus der Gurlitt-Sammlung werden restituiert und somit den Erben der früheren Besitzer überlassen. Bei einigen Bildern der Sammlung konnte zweifelsfrei belegt werden, dass sie einst von den Nazis geraubt wurden. Mindestens neun Gemälde seien eindeutig von den Nazis gestohlen worden. Auch bei den anderen gebe es Hinweise, dass es sich um Raubkunst handeln könnte. Das Kunstmuseum Bern hatte 1400 der ihm überlassenen Werke der Sammlung auf ihre Provenienz überprüft. Insgesamt 38 Gemälde und Zeichnungen sollen nun an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgeben werden.

In einer Pressemitteilung heißt es, dass das Museum das Eigentum an Werken mit ungeklärter Provenienz aufgebe, „bei denen zwar Beweise für NS-Raubkunst fehlen, die aber Hinweise und/oder auffällige Begleitumstände aufweisen“. Die umstrittene Sammlung, die seit 2014 im Besitz desKunstmuseums Bern ist, umfasst rund 1600 Werke – darunter Gemälde von Künstlergrößen wie Henri Matisse, Pierre-Auguste Renoir oder Claude Monet. 

Fall Gurlitt wurde zum Skandal

Der Fund der Kunstsammlung Gurlitt im Jahr 2012 sorgte international für Aufsehen. Der Rentner Cornelius Gurlitt war dem Zoll bei einer Zugfahrt über die Schweizer Grenze aufgefallen. Bei einer Leibesvisitation kamen 9000 Euro zum Vorschein. Die Beamten wurden hellhörig, Ermittlungen wurden eingeleitet und schließlich eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet. Was folgte, war ein Kunstkrimi: In Gurlitts Wohnung – und später auch in einem Haus in Salzburg – tauchten mehr als 1500 Kunstwerke auf; Gemälde, Drucke, Radierungen und Stiche, darunter Monet, Picasso, Liebermann, Beckmann und Matisse. Sie wurden wegen des Verdachts auf NS-Raubkunst beschlagnahmt.

Die Zeichnung „Das Klavierspiel“ von Carl Spitzweg aus der Gurlitt-Sammlung wurde erst kürzlich beim Auktionshaus Christie’s versteigert – nachdem es an seine rechtmäßigen Erben zurückgegeben worden war.

Verschrobener Kunstliebhaber

Der alleinstehende Kunstliebhaber,…