Führungswechsel
Stühlerücken bei der Post: Langjähriger Chef Appel geht 2023

Tobias Meyer ist bislang Konzernvorstand Post und Paket Deutschland. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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Der Weltkonzern Post ist längst auf profitablem Erfolgskurs. Für Konzernboss Frank Appel wird nun aber dennoch der Abschied eingeleitet.

Die Deutsche Post bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Frank Appel soll im Mai 2023 vom bisherigen Post & Paket-Deutschlandchef Tobias Meyer abgelöst werden, wie das Bonner Dax-Unternehmen am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mitteilte. Wie aus informierten Kreisen verlautete, strebt der 60-jährige Appel den Vorsitz des Aufsichtsrats bei der Deutschen Telekom an, dieses Mandat könnte er im Frühjahr nächsten Jahres bekommen. Über Appels Telekom-Pläne hatten zuvor «Handelsblatt» und das «Manager Magazin» berichtet.

Appel kam 2008 auf den Chefposten bei der Post, so lang ist kaum ein anderer Vorstandsvorsitzender eines Dax-Konzerns im Amt – nur Joachim Kreuzburg vom Laborausrüster Sartorius ist schon seit 2003 Firmenchef. Unter Appels Regie wuchs der Konzern kräftig. Zuletzt hob das Unternehmen mehrfach nacheinander die Gewinnprognose an. Der Boom im Online-Handel und zuletzt die Folgen der Corona-Pandemie sorgten für einen starken Nachfrageanstieg bei Paketen. Das Briefgeschäft schrumpft zwar wegen der Digitalisierung, ist aber ebenfalls profitabel.

Meyer seit 2013 bei der Post

Appels designierter Nachfolger Meyer ist seit 2013 im Konzern, davor war er zwölf Jahre bei McKinsey – bei dieser Unternehmensberatung war der Noch-Vorstandsboss Appel ebenfalls vor seiner Post-Karriere. Der Aufsichtsratschef der Post, Nikolaus von Bomhard, nannte den designierten Vorstandsvorsitzenden Meyer einen «ausgewiesenen Kenner des Konzerns». «Er ist die ideale Besetzung, um den…